• Sportiv

    GHS Szene

Erläuterungen und Bewertungsrichtlinien zur neuen PO 2025

Ausgearbeit von der VDH Gebrauchshunde­kommission nach Vorgaben der int. FCI-Richter­tagung in Wien am 30.11./01.12.2024

Informationen aus dem VDH Gebrauchshundausschuss Zusammengestellt vom VDH Obmann für das Gebrauchshundwesen: Daniele Strazzeri, Aislinger Str. 63, 89415 Lauingen (Donau)
ALLGEMEINES
Die Richtweise soll für Hundeführer und Trainer nachvollziehbar und verständlich sein. Leistungsrichter haben die Aufgabe und die Verantwortung, zukunftsweisend mit ihren Bewertungen die Ausbildung zu fördern. Eine Angleichung der Richtweise sowie Schulungen für Leistungsrichter sind von sehr wichtiger Bedeutung. Augenmerk soll auf Harmonie und Ausdrucksverhalten sowie die Technik gelegt werden. Harmonie und Ausdruck sollen in die Bewertung einfließen. Es gilt Vorführweisen zu fördern die solche Verhalten zeigen. Hunde mit Stressanzeichen, fehlender Nervenbalance dürfen nicht mehr in die höchsten Bewertungen. Unnatürliche Gangarten wie Froschgang, übertriebenes Springen, stark verkrampftes Bewegen usw. sind nicht mehr hoch zu bewerten. In der Freifolge ist der körperliche Kontakt des Hundes zum Hundeführer, durch in den Hundeführer drücken, fehlerhaft. Der Hund soll frei folgen. Auf eine normale, natürliche Armhaltung beim Überwechseln und beim Gehen ist zu achten.

PRÜFUNGSTAGE
Samstag, Sonntag und Feiertage
Prüfungstage sind im Regelfall das Wochenende sowie die gesetzlichen Feiertage. BH/VT-Prüfungen können ebenfalls nur an „Prüfungstagen“ durchgeführt werden. Es ist möglich, die BH/VT in Verbindung mit einer weiteren Prüfung der Stufe 1 anlässlich einer 2 Tagesprüfung (Freitag-Samstag, Samstag-Sonntag) abzulegen, wobei pro Tag nur ein Antritt möglich ist. Eine Wartefrist zwischen der BH/VT- und IGP-1, IGP-V, FPr, UPr, SPr, AD, IFH-V, IFH-1, IGP-FH, IGP-ZTP, IBGH-1, StbPr. 1 besteht nicht.

Beispiel
Freitag BH-VT | Samstag IGP-1 oder IFH-1
Samstag BH-VT | Sonntag IGP-1 oder IFH-1

Freitagsprüfungen
Der Freitag darf nur in Verbindung mit Samstag geschützt werden. Anmerkung: Der Freitag kann nur geschützt werden, wenn am Samstag mehr Hunde gemeldet sind, als vorgeführt werden können. Der Beginn darf nicht vor 12.00 Uhr liegen. Die Teilnehmerzahl im IGP-/IFH-Bereich ist auf die Hälfte begrenzt. Bei reinen BH/VT-Prüfungen können bis zu 7 Hunde geprüft werden. An die im VDH prüfungsberechtigten Mitgliedsverbände: Eine am Freitag in Verbindung mit Samstag geschützte IGP/IFH-Prüfung kann nur am Samstag beendet werden. Einzelne Hunde können jedoch die Prüfung auch am Freitag beenden.

Ausnahme
Haben Teilnehmer mit ihren Hunden die BH/VT-Prüfung abzulegen, so können sie auch am Freitag starten, wenn am Samstag die IGP-1 oder IFH-1 abgelegt werden soll und keine „Überzahl“ vorliegt. (Terminschutzregelungen, Regelungen über die Erteilung von Veranstaltungsgenehmigungen, der einzelnen Landesorganisationen, bzw. angeschlossenen prüfungsberechtigten Mitgliedsvereine beachten).

Feiertagsregelung
An Feiertagen kann analog obiger Ausführung verfahren werden. Ausnahme: Feiertagsregelungen der jeweiligen Länder bzw. Sonderbestimmungen der FCI-Landesorganisation sind zu beachten. Halbe Tage, vor Feiertagen, die innerhalb der Woche fallen, können nicht geschützt werden.

FCI-IGP 1
Fährte

Fährtenleine muss 5 m lang sein. Verlässt der Hund die Fährte um mehr als 5 m erfolgt Abbruch.

Unterordnung
Nach jeder Übung ist ein kurzes Auflockern erlaubt, ca. 5 sec.

Danach musse eine erneute GRST eingenommen werden. Das Ableinen nach der Anmeldung erfolgt in der GRST vor Beginn der Freifolge bzw. in GRST zur Ablage. Sitz und Platzübung kann wahlweise aus der Bewegung oder mit Einnehmen einer GRST gezeigt werden. Auch im Wechsel erlaubt.

Apportieren ebene Erde: (15 Pkt)
Das Bringholz muss in ein Quadrat von 4 x 4 m geworfen werden. Es beginnt 8 m nach der Position für die Grundstellung. Es ist ein Versuch erlaubt, das Bringholz in die markierte Fläche zu werfen. Sollte es außerhalb landen oder rausrollen, gibt der LR das Zeichen an den HF und den Assistenten, der das Bringholz in die markierte Mitte des Quadrates legt. Das Bringholz wird immer von der gleichen Person und in gleicher Ausrichtung (quer) gelegt. Der Assistent hat sich auf Anweisung des LR hinter ihm zu positionieren, um kurze Wege zum Positionieren des Bringholzes in die Quadrate/Rechtecke zu haben. Der HF darf dem Hund das HZ „Sitz“ geben, um ihn an der Position zu halten und muss neben dem Hund in der GRST stehen bleiben. Der LR gibt nach dem Werfen dem HF das Zeichen für Stoppen (falls das Bringholz außerhalb liegt) bzw. die Freigabe fürs Bringen (wenn das Holz richtig liegt bzw. nachdem es vom Assistenten ausgelegt wurde).

Bewertungen
Verlässt der Hund die Position bevor der LR das Zeichen zum Auslegen gegeben hat, wird die Übung mit M 10 bewertet (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge). Verlässt der Hund die Position nachdem der Assistent das Bringholz ausgelegt hat und sich noch nicht in die Position gebracht hat, ist die Übung mit bis -2 zu bewerten. abhängig wann der HD die Position verlässt (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge). Verlässt der Hund die GRST während der Assistent das Bringholz noch in der Hand trägt, ist die Übung mit M 0 zu bewerten. Sollte das Bringholz vom HF bewusst nicht richtig geworfen werden, z.B. Fallenlassen, nur wenige Meter, erfolgt Disq. wg. Unsportlichkeit.

Freisprünge über die 1 m-Hürde: (15 Pkt.)
je 5 Pkt. pro Sprung/ 5 Pkt. Vorsitz/Überwechseln/EGST/GRST

Mindestabstand zur Hürde mind. 4 m. Der Abstand darf auch größer sein. Anfangsgrundstellung des Rücksprunges ist die Endgrundstellung des Hinsprunges. Die Position darf nicht verändert werden und muss mind. 4 m betragen. Wird die 1 m-Hürde beim Hinsprung umgeworfen wird sie für den Rücksprung aufgestellt. Bewertung M -5 Pkt. (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge). Verlässt der HD die GRST bevor der HF die GRST nach der Hürde eingenommen hat und bleibt vor der Hürde stehen, erfolgt eine Bewertung im untersten M. Folgt der HD dem HF über die Linie der Hürde (Springen oder außen vorbei) M 0 für den Sprung.

SCHUTZDIENST
Revieren von 2 Verstecken
Zu Beginn der Übung „Abwehr aus der Bewegung“ entfernt sich der HL 20 Schritte vom HD/HF und auf Anweisung des LR beginnt der Angriff. Nach der „Abwehr aus der Bewegung“ tritt der HF auf LR-Anweisung an den HD und nimmt diesen mit dem HZ in die GRST. Der anschließende Seitentransport ist in der FF oder angeleint zu zeigen. Nach dem Abmelden erfolgt eine kontrollierte, ca. 5 Schritt lange FF bzw. Wegführen von HL. Nach dem Einnehmen einer erneuten GRST wird der Hund kontrolliert zur Besprechungsposition geführt.
IGP 2 + 3
Fährte
Keine Veränderung des Ablaufs und Bewertung (außer bei IGP 3 ist eine kurze Pause und das Mitführen von einem Tuch und Wasser bei hohen Temperaturen erlaubt und dem LR vor der Fährte zu zeigen).

Unterordnung – Apportieren ebene Erde: (10 Pkt)
Das Bringholz muss in ein Quadrat von 4 x 4 m geworfen werden. Es beginnt 8 m nach der Position für die Grundstellung. Es ist ein Versuch erlaubt das Bringholz in die markierte Fläche zu werfen. Sollte es außerhalb landen oder rausrollen, gibt der LR das Zeichen an den HF und den Assistenten, der das Bringholz in die markierte Mitte des Quadrates legt. Das Bringholz wird immer von der gleichen Person und in gleicher Ausrichtung (quer) gelegt. Der Assistent hat sich auf Anweisung des LR hinter ihm zu positionieren, um kurze Wege zum Positionieren des Bringholzes in die Quadrate/Rechtecke zu haben. Der HF darf dem Hund das HZ „Sitz“ geben, um ihn an der Position zu halten und muss neben dem Hund in der GRST stehen bleiben. Der LR gibt nach dem Werfen dem HF das Zeichen für Stoppen (falls das Bringholz außerhalb liegt) bzw. die Freigabe fürs Bringen (wenn das Holz richtig liegt bzw. nachdem es vom Assistenten ausgelegt wurde).

Bewertungen
Verlässt der Hund die Position bevor der LR das Zeichen zum Auslegen gegeben hat, wird die Übung mit M 6,5 bewertet (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge). Verlässt der Hund die Position, nachdem der Assistent das Bringholz ausgelegt hat und sich noch nicht in die Position gebracht hat, ist die Übung mit bis -2 zu bewerten, abhängig wann der HD die Position verlässt (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge). Verlässt der Hund die GRST während der Assistent das Bringholz noch in der Hand trägt, ist die Übung mit M 0 zu bewerten. Sollte das Bringholz vom HF bewusst nicht richtig geworfen werden, z.B. Fallenlassen, nur wenige Meter, erfolgt Disq. wg. Unsportlichkeit.

Apportieren über die 1 m-Hürde: (15 Pkt)
je 5 Pkt. pro Sprung/5 Pkt. Bringen

Das Bringholz muss in ein Rechteck von 2 x 4 m geworfen werden. Es beginnt 6 m nach der Hürde. Es ist ein Versuch erlaubt das Bringholz in die markierte Fläche zu werfen. Sollte es außerhalb landen, rausrollen oder gegen das Gerät geworfen werden, gibt der LR das Zeichen an den HF und den Assistenten, der das Bringholz in die markierte Mitte des Rechteckes legt. Das Bringholz wird immer von der gleichen Person und in gleicher Ausrichtung (quer) gelegt. Der Assistent hat sich auf Anweisung des LR hinter ihm zu positionieren, um kurze Wege in die Quadrate/Rechtecke zu haben. Der HF darf dem Hund das HZ „Sitz“ geben um ihn an der Position zu halten und muss neben dem Hund stehenbleiben in GRST. Der LR gibt nach dem Werfen dem HF das Zeichen für Stoppen (falls das Bringholz außerhalb liegt) bzw. die Freigabe fürs Bringen (wenn das Holz richtig liegt bzw. nachdem es vom Assistenten ausgelegt wurde).

Bewertungen
Verlässt der Hund die Position bevor der LR das Zeichen zum Auslegen gegeben hat, wird die Übung mit M 10 bewertet (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge). Verlässt der Hund die Position nachdem der Assistent das Bringholz ausgelegt hat und sich noch nicht in die Position gebracht hat, ist die Übung mit bis -2 zu bewerten, abhängig wann der Hd die Position verlässt (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge). Sollte das Bringholz vom HF bewusst nicht richtig geworfen werden, z.B. Fallenlassen, nur einige Meter erfolgt Disq. wg. Unsportlichkeit. Wird die 1 m-Hürde beim Hinsprung umgeworfen wird der Sprung mit M 1 bewertet. Springt der HD über die umgeworfene 1 m-Hürde zurück wird dieser ebenfalls mit M 1 bewertet. Ein Wiederholen der Sprünge ist nicht erlaubt. Der Sprung gilt in diesem Fall als ausgeführt, die Teilbewertung kann erfolgen.

IGP 3
Apportieren über die Schrägwand (160 cm): (10 Pkt)
Das Bringholz muss in ein Rechteck von 2 x 4 m geworfen werden. Es beginnt 6 m nach der Schrägwand (Ausgangspunkt ist das Ende der Kletterwand am Boden). Es ist ein Versuch erlaubt, das Bringholz in die markierte Fläche zu werfen. Sollte es außerhalb landen, rausrollen oder gegen das Gerät geworfen werden, gibt der LR das Zeichen an den HF und den Assistenten, der das Bringholz in die markierte Mitte des Rechteckes legt. Der HF darf dem Hund das HZ „Sitz“ geben, um ihn an der Position zu halten und muss neben dem Hund stehenbleiben in GRST. Der LR gibt nach dem Werfen dem HF das Zeichen für Stoppen (falls das Bringholz außerhalb liegt) bzw. die Freigabe fürs Bringen (wenn das Bringholz richtig liegt bzw. nachdem es vom Assistenten ausgelegt wurde). Verlässt der Hund die Position bevor der LR das Zeichen zum Auslegen gegeben hat, wird die Übung mit M 6,5 bewertet (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge). Verlässt der Hund die Position, nachdem der Assistent das Bringholz ausgelegt hat und sich noch nicht in die Position gebracht hat, ist die Übung mit bis -2 zu bewerten, abhängig wann der Hd die Position verlässt (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge). Sollte das Bringholz vom HF bewusst nicht richtig geworfen werden, z.B. Fallenlassen, nur einige Meter erfolgt Disq. wg. Unsportlichkeit.

Wird ein Sprung nicht gezeigt wird die Übung mit M 5 bewertet (weitere Sprungfehler werden nicht mehr entwertet). Werden beide Sprünge gezeigt sind diese mit je 2,5 Pkt. zu bewerten. (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge).

Apportierübungen
  • geht der Hd vor Hz in die Übung (nachdem der Assistent das Bringholz ausgelegt hat bis -2 (zzgl. anderer fehlerbedingter Abzüge)
  • geht der Hd vor RA zum Bringholz auslegen M 6,5 bzw. M 10 (je nach Gesamtpunktzahl der Übung) (zzgl. anderer fehler­bedingter Abzüge)
  • geht der Hd nach RA zur Auslegung des Bringholzes, aber bevor der Assistent auslegen konnte M 0
  • geht der Hd während der Assistent das Bringholz auslegt/wenn er zum Assistenten läuft M 0 (der Assistent hat das Bringholz in der Hand, daher ist ein Bringen des Bringholzes nicht möglich)
SCHUTZDIENST IGP 2 + 3
Seitentransporte im Schutzdienst:
Nach dem Herantreten an den HD ist eine GRSt einzunehmen und dem HL der Softstock abzunehmen. Danach ist ein Zurücktreten des HL bzw. das direkte Einnehmen der GRST neben dem HL erlaubt. Der HL darf nicht neben den HD treten.

Siegerehrung
Ein Halten von Motivationsgegenständen im Fang des Hundes oder sichtbar mitgeführte Motivationsgegenstände (z.B. unter der Achsel des HF) ist nicht erlaubt und führt zu Disq.

DANIELE STRAZZERI
Quadrat 4 x 4 M
Rechteck 2 4 M
Fotos: BK München, Mareike Loges
Rechteck 2 4 M
Fotos: BK München, Mareike Loges

GRUNDSÄTZE FÜR ABT. C SCHUTZDIENST LAUT DER FCI LR TAGUNG WIEN 2024 UND DER NEUEN PO 2025

ZUSAMMENGESTELLT VON MICHAEL KÖTTERS (MITGLIED VDH-GHS-AUSSCHUSS)

Für ein hohes Vorzüglich benötigt der Hund starke mentale und physische Konstitution, Dominanz in allen Phasen und hohe Ausbildungsqualität. Ein unteres Vorzüglich erhält der Hund, der auch erkennbare mentale und physische Konstitution besitzt, aber nicht immer dominiert, aber in allen Verteidigungsübungen aktiv ist (dieser Hund erfüllt alle Anforderungen der PO im Bereich Selbstsicherheit, Entschlossenheit, zeigt wirksames Griffverhalten, drangvolle und energische Bewachungen). Der Hund zeichnet sich dadurch aus, dass die letzte Auseinandersetzung mit dem Helfer nicht ganz so ausgeprägt ist, wie die des dominanteren Hundes, dieses aber durch eine hohe Ausbildungsqualität kompensiert. Im Gegensatz dazu kann der Hund mit durchschnittlicher normaler mentaler und physischer Kon­stitution und einer sehr guten Ausbildung eine Bewertung im Prädikat Gut erreichen, wenn dieser die grundsätzlich geforderte Anforderung der PO erfüllt.
ERLÄUTERUNGEN ZU EINZELNEN ÜBUNGEN

Stellen/Verbellen und alle Bewachungsphasen
Das Helferverhalten die Armhaltung ist in allen Ablass- und Stellphasen gleich. Der Schutzdiensthelfer steht so, dass er durch diese Stellung den Hund frontal angreifen kann. Ein Beispiel dazu, an der Seite, an der er den Schutzarm trägt, z.B.: Links steht der Helfer mit dem linken Bein nach vorne. Nur so kann er der Angriff dynamisch entschlossen gegen den Hund ausführen. In der neuen PO 2025 sowie auch laut Aussage auf der FCI LR Tagung in Wien 2024, hat sich der Hund direkt zentral vor dem Helfer zu befinden. Die PO sagt auch ganz klar aus, dass bei allen Schutzdienstübungen der Hund nur in den dafür vorgesehenen Schutzarm zu fassen hat. Das Beißen in andere Körperteile des HL führt zur sofortigen Disqualifikation.

Verhalten des Hundes
Der Hund hat jederzeit in allen Stellphasen (auch beim Stellen/ Verbellen) auf den PO-konformen Angriff reagieren zu können. In diesen Bereich muss der Hund markant, druckvoll und selbstbewusst die Auseinandersetzung, die Konfrontation und den Kampf mit dem Helfer suchen. Eine reine Erwartungshaltung reicht nicht aus.

Verteidigungsübungen
Der Hund hat bei allen Übungen eine selbstbewusste, entschlossene Reaktion auf den Angriff des HL durch festen, wirksamen und ruhigen Griff, sowie Selbstsicherheit und Belastbarkeit zu zeigen. Beim Überfall aus dem Rückentransport und dem Angriff aus der Bewegung hat der Hund direkt, zielgerichtet, ohne Verzögerung, selbstsicher, energisch und entschlossen anzugreifen. „Nur extrem schnell“ ist nicht in der PO erfasst, sondern der zielgerichtete Angriff des Hundes. Der in ein konsequentes und kräftiges Zufassen mit vollem festen Griff, der über die
gesamte Übung stabil zu zeigen ist.

MICHAEL KÖTTERS


ERLAUBTE HALSBÄNDER LAUT PO IM IGP
einreihiges Gliederhalsband mit Zugstopp bei Auflage durch Veterinärämter
einreihiges Gliederhalsband ohne Zugstopp
einreihiges Gliederhalsband mit Zugstopp bei Auflage durch Veterinärämter
einreihiges Gliederhalsband ohne Zugstopp

DVG Bundessiegerprüfung der Fährtenhunde

In der Zeit vom 25. bis 27. Oktober war der DVG Mitgliedsverein GV Stockelsdorf (LV Schleswig-Holstein) Ausrichter und Gastgeber der diesjährigen BSP FH. Anfangen bei schönem Herbstwetter mit Sonnenschein über dichte Nebelsuppe bis zum Nieselregen, war alles vertreten.
29 DVG-Starterinnen und Starter waren Teilnehmer der BSP-FH. Das Fährtengelände in Schönberg in Mecklenburg war sehr weitläufig und stellte an Hund und Führer auch entsprechende Anforderungen, was sich letztendlich auch in der Anzahl der Teams widerspiegelte, die das Prüfungsziel diesmal nicht erreicht haben.

Im Standquartier in Schönberg, auf einem landwirtschaftlichen Gut, spiegelte sich die heutige Form der Landwirtschaft im großen Stil wider. Maschinen- und Getreidelagerhallen, soweit das Auge reicht, irgendwo dazwischen dann der Pulk von Hundeleuten. Auch mit der in wenigen Tagen stattfindenden VDH DM FH werden wir dann dieses Gelände erneut nutzen dürfen. Ein großer Dank geht an Frau Bärbel Süfke, die mit ihren 19 Mitgliedern aus dem Verein GV Stockelsdorf diese Veranstaltung vorbereitete und durchführte und auch an vielen Details mitarbeitete… Danke Bärbel.

Ohne auf weitere Details einzugehen – ich glaube die Bilder sind aussagekräftiger – war es wieder einmal eine gelungene DVG BSP FH. Danke auch an die Prüfungsteams Torsten Howe und Rolf Panzlaff sowie Volker Sulimma und Sven Lieckfeld und an den einweisenden LR Hardy Meyer und sein Team.

Bleibt nur noch den qualifizierten DVG-Startern viel Erfolg bei der VDH DM FH an gleicher Stelle in der Zeit vom 15. – 17.11.2024 zu wünschen.

WOLFGANG PAHL
Alle Teilnehmer
Die Erstplatzierten
Ehrung 50 Jahre Zugehörigkeit zum DVG
PL und Fährteneinweiser
Die Erstplatzierten
Ehrung 50 Jahre Zugehörigkeit zum DVG
PL und Fährteneinweiser

VDH Deutsche Meisterschaft der Fährtenhunde 2024

Vom 15. – 17. November 2024 wurde diese Spitzenveranstaltung der Fährtenhunde von den Mitgliedern des GV Stockelsdorf an deren Spitze, Bärbel Süfke und bei Unterstützung durch den Vorsitzenden des LV Schleswig-Holstein, Volker Sulimma, in Schönberg (Mecklen­­burg-Vorpommern) durchgeführt.
Es ist eine Region, die nicht einfach nur „Landwirtschaft­sflächen“ vorhält, nein auch richtig große Windparks und das sollten alle Teilnehmer ab dem 2. Tag deutlich merken, denn gesucht wurde nicht unter Palmen, sondern unter richtig großen Windrädern. Das war z.T. schon für etliche Teams eine größere Herausforderung. Die sich dann noch durch heftigen Regen, Wind und „Schmuddelwetter“ potenzierte. Die FährtenlegerInnen die Prüfungsleitungen und die Richter der einzelnen Gruppen waren nicht zu beneiden, zu so etwas ist man nur dann bereit, wenn einem der Sport am Herzen liegt.

Im VDH gibt es 13 prüfungsberechtigte Vereine/Verbände, die Teams in diese DM entsenden konnten, leider wurden keine Teilnehmer vom ADRK, vom DBC, vom DV und IBC gemeldet, es fehlten also Rottweiler, Bouviers und Dobermänner in der Konkurrenz um das Erlangen der Fahrkarten zur Weltmeisterschaft der Fährtenhunde. Es fehlten zwar drei anerkannte Gebrauchshundrassen im Wettbewerb, dafür sahen wir andere Rassen, wie z.B. English Cocker Spaniels, einen Border Terrier und einen Zwergpinscher, die natürlich ganz besonders das Interesse der Zuschauer auf sich zogen und mit Recht.

Viele erinnerten sich, dass diese „exotischen Rassen“ sehr wohl in der Vergangenheit schon mal weit oben im Ranking mitgespielt haben. (English Cocker Spaniel bereits WM-Teilnehmer, Border Terrier ebenfalls schon FCI-WM-Teilnahme und der Zwergpinscher vertrat den PSK nicht nur bei einer ISPU WM, sondern nahm dort den Titel mit nach Hause). Also eine starke Konkurrenz für „die Großen“.
Fährten unter Windrädern
Es war schön zu sehen, dass die Leistungsbereitschaft und insgesamt die Qualität der Hunde und die Zusammenarbeit mit dem/der HF*in einen richtig hohen Level zeigten, die Qualität der Leistungen war einfach toll. Es gab trotz des wenig einladenden Wetters recht viele Zuschauer und auch der eine oder andere „Funktionär“ aus den Verbänden hatte sein Team begleitet.

Das VDH-Team in dieser DM – Starter aus der FCI FH-WM 2024 – hatte sich um ein Team, um Sonja Blome mit ihrem Riesenschnauzer, minimiert. Sie entschied sich zu Gunsten ihres älteren Hundes, dem sie diese Anforderungen nicht mehr zumuten wollte, nicht zu starten, aber ihr Ehemann hatte sich erfolgreich mit seinem jüngeren RS über den PSK qualifiziert und sie war nicht nur seine Begleitung, sondern auch gleich wieder interessiert, was das restl. Team an Leistungen zeigte. Ein weiteres Team-Mitglied, Marco Dreyer, stellte ein letztes Mal seinen über Jahre erfolgreichen, aber inzwischen auch gealterten DS Barack auf diesem Level vor, mit dem er Platz 8 in der Gesamtwertung erreichte und damit bewies, dass er trotz der widrigen Bedingungen bei seinem hohen Alter immer noch im oberen Drittel mitspielen kann.

Die beiden anderen WM-Starter, Marco Apitz mit DS Bayleah und Anastazija Rühlemann mit DS Adam erzielten so hervor­ragende Leistungen, dass sie den VDH zusammen mit Martin Rodzoch und seinem EC Peter Maffey (der ebenfalls schon WM-­Teilnehmer war) bei der FH WM 2025 in Österreich vertreten werden. Ein Gesamt-Team mit hohem Leistungspotenzial, von denen aber alle schon bewiesen haben, dass sie sich bei einer WM schnell von einer Ad-hoc-Gruppe zu einem funktionsfähigen Team entwickeln können.

Diese VDH-DM FH hat nicht nur die Teams vor schwierige Aufgaben gestellt, sondern auch die Fährteneinteiler, die Fährtenleger insbesondere die Verleitungsleger und die Prüfungsleiter in den Gruppen. Es war ein sehr knapp bemessenes Gelände für die hohe Anzahl an Startern. Diese Einschränkung lag daran, weil weiteres, nutzbares, gleichwertiges Gelände ca. 30 km entfernt lag. Die Einbeziehung dieses Geländes hätte natürlich mehr Zeitaufwand gehabt. Diese sehr „enge“ Situation hat dann auch dazu geführt, dass es eine Ersatzfährte gab, da die Verleitung ungeplant einen Winkel der Fährte geschnitten hatte. In einem anderen Fall hätte es eine ähnliche Situation gegeben, wenn der Hund sich nicht doch noch selbst korrigierte, die Verleitung nicht annahm und der LR vorher informiert war, dass es an dem Winkel ebenfalls eine direkte, nicht geplante Berührung mit der Verleitung gab.

Wie ich am Rand von einigen Zuschauern und auch Startern hörte, wäre man gern weitere Kilometer gefahren, um nicht in diese Situationen zu gelangen, denn das Gelände, das eigentlich für ggf. erforderliche Ersatzfährten vorgesehen war, kann man freundlich ausgedrückt, nur mit sehr abweichend von der Beschaffenheit des normalen Prüfungsgeländes bezeichnen. Allerdings darf man die Lichtverhältnisse in dieser Jahreszeit nicht unterschätzen und der Zeitplan war danach konzipiert, dass jedes Team für die LR auf der Fährte sichtbar war.

Wir hatten mit Uwe Petersen (BK) und Michael Kötters (DMC) erfahrene Leistungsrichter, die aufkommende Situationen sehr gut einschätzten und so das Verhalten der Hunde gut gelesen haben. Selbstverständlich ging es hier um das Weiterkommen zur WM und dass das kein Spaziergang sein kann, wusste auch jedes startende Team. Aber ein gerechtes Ranking bei den unterschiedlichen Rassen: 13 Deutsche Schäferhunde (die aus den Verbänden: SV, DVG, dhv, RSV entsandt waren) 6 Malinois (aus den Verbänden RSV, dhv und DMC),2 Boxer aus dem BK, 2 Aire­dale-Terrier und 1 Border Terrier aus dem KfT, 2 Hovawarte aus dem RZVH, 2 English Cocker Spaniel aus dem DVG und 1 Riesenschnauzer und der Zwergpinscher aus dem PSK ist eine sehr anstrengende Aufgabe. Stellen Sie sich mal diese unterschiedlichen Rassen vor oder schauen Sie sich die Fährtenfotos an, dann wird noch deutlicher klar, wie schwierig hier die PO-gerechte Bewertung ist.

Ich sagte schon, dass die Leistungssteigerung in diesem Jahr sehr deutlich erkennbar war. Es gab insgesamt 6 Teams, die das Ziel einer bestandenen Prüfung nicht erreichten, 4 dieser Teams zeigten aber in einer der Fährten sogar vorzügliche bzw. sehr gute Leistungen, 1 Team hatte in der ersten Fährte schon gezeigt, dass ist aber schwierig, und erhielt an dem Tag die niedrigste Punktzahl, arbeitete sich in der zweiten Fährte in eine befriedigende Leistung und ein Boxer war deutlich in beiden Fährten sehr beeindruckt, von dem was man von ihm erwartete und schaffte das Prüfungsziel nicht. Ich sage immer, geteiltes Leid ist halbes Leid und derartige Ergebnisse haben nichts mit der Ausbildungsqualität der Verbände und auch nicht mit den Rassen zu tun, denn auch diese 6 Teams kamen aus unterschiedlichen Verbänden, aus DMC, RSV, dhv, BK und KfT. Demgegenüber standen 7 gute, 13 sehr gute und 4 vorzügliche Ergebnisse.
Gabi Luhofer mit ihrem Border Terrier erhält das Ergebnis von LR Petersen
Gabi Luhofer mit ihrem Border Terrier erhält das Ergebnis von LR Petersen
GL Roswitha Dannenberg eröffnet die VDH-DM FH
Christoph Holzschneider mal an der frischen Luft und nicht im WK-Büro
Gesamt- und Prüfungsleitung im Gespräch
Doro Blohm, Teilnehmerin, stellt ihren selbstgezüchteten AT
bei der Chip-Kontrolle vor
Aufstellung zur Siegerehrung
Zu Ehren der Sieger die Nationalhymne – Sonja kann singen und den Text
Die Teams LR und PL – Gruppe A und B
Das DVG-Team
EIN WENIG STATISTIK
  • Die 4 vorzüglichen Ergebnisse teilten sich:
  • 3 Schäferhunde, 1 English Cocker Spaniel
  • Die 13 Sehr Gut erzielten:
  • 7 Schäferhunde, 1 English Cocker Spaniel, 1 Border Terrier, 3 Malinois und 1 Hovawart
  • Die 7 Gut gingen an:
  • 1 Schäferhund, 1 Airedale Terrier, 1 Malinois, 1 Boxer, 1 Hovawart, 1 Riesenschnauzer, 1 Zwergpinscher
  • Die 6 Mangelhaft verteilen sich auf:
  • 2 Schäferhunde, 1 Airedale Terrier, 2 Malinois und 1 Boxer

Ich glaube diese Statistik zeigt sehr deutlich, dass jede der geführten Rassen in der geforderten Fährtenarbeit die Berechtigung hat, in dieser Deutschen Meisterschaft im Wettbewerb zu stehen.

Ich bedanke mich bei allen Hundeführerinnen und Hundeführern, die sich das ganze Jahr die Zeit fürs Training genommen haben, um dieses Ziel zu erreichen. Alle zusammen bilden die große Fährtenhundfamilie und dies verbandsübergreifend, das zeichnet sie besonders aus. Ich hoffe, dass es auch noch lange so bleibt.

Roswitha Dannenberg, zuständiges VDH-Vorstandsmitglied und Daniele Strazzeri (Vorsitzender des VDH GHS-Ausschusses) hatten ihre Feuertaufe als „gerade ins Amt gewählte VDH-Funktions­träger“. Sie machten ihre Arbeit beide sehr gut und gehörten mit ihrer offenen, freundlichen Art gleich zur FH-Familie.

Die Siegerehrung fand in einer sehr ungewöhnlichen Location (ist auf den Fotos klar erkennbar) – einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle – statt, die ebenfalls von dem Landwirtschafts­betrieb zur Verfügung gestellt wurde, der auch die Nutzung seines Geländes gestattete.

Ein Dankeschön an alle beteiligten Ehrenamtler vor und während dieser Veranstaltung, die viele Stunden ihrer Freizeit in Anspruch genommen hat.

Es wird immer schwieriger, generell Ausrichter für überregionale Veranstaltungen, aber insbesondere für den Fährtenhundbereich zu finden. Umso mehr sind wir da auf unsere Vereine angewiesen, die gerade in diesem Bereich die guten Verbindungen zur Landwirtschaft haben. Bitte trauen Sie sich, eine Bewerbung abzugeben. Ich kann allen Bewerbern versprechen, dass sie Klaus-Jürgen Glüh als kompetenten Ansprechpartner an ihrer Seite haben, der die Ausrichter bei allen organisatorischen Bereichen entlastet, damit es für sie kein Abenteuer, sondern eine Veranstaltung wird, die in bester Erinnerung bleibt.

CHRISTA BREMER
ALLE ERGEBNISSE DER VERANSTALTUNG FINDEN SIE AUF DER DVG WEBSEITE