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    THS Szene

Werden mit der neuen PO wichtige Weichen für die Zukunft gestellt?

Aus THS wird Leichtathletik mit Hund

2025 erhalten die Leichtathleten mit Hund eine neue Prüfungsordnung (PO). Damit wird die PO von 2019 abgelöst. Ziel jeder Prüfungsordnung ist es, mit Anpassungen den Sport auf die Zukunft vorzubereiten. In den vergangenen Prüfungsordnungen ist das nicht immer gelungen, weil gut gemeinte Vorschläge zwischen die Mühlräder verbands­politischer Interessen kamen. Aufgrund von Corona wurde der Aktualisierungszyklus dieses Mal um ein Jahr verlängert. Somit hatten die Verbände und das Fachgremium THS des VDH länger Zeit, sich über die wirklichen Handlungsbedarfe Gedanken zu machen. Und das war auch notwendig, denn die Corona-Restriktionen in den drei Jahren zwischen 2020 und 2022 hatten sich empfindlich auf die Teilnehmerzahlen niedergeschlagen.
Bei Veränderungen gilt es, den Spagat zwischen notwendigen Weiterentwicklungen, die dem Zeitgeist unterliegen und dem Erhalt des Markenkerns zu meistern. Die Bezeichnung „Turnierhundsport“ etablierte sich in den 1990iger Jahren. Im Jahrzehnt davor sprach man von „Breitensport mit dem Hund“ und in den Anfangszeiten wurde die Bezeichnung „Freizeitgestaltung mit dem Hund“ verwendet. Das 2013 eingeführte Sub-Label „Leichtathletik mit Hund“ wird jetzt zur Hauptmarke und beschreibt den Markenkern kurz und prägnant: Es fordert, dass sich ergänzend zum Hund der Hundeführer in die Leistungserbringung aktiv mit einbringt.

Inwieweit die Weiterentwicklungen mit der neuen Prüfungsordnung gelungen ist, werde ich anhand der wichtigsten Änderungen in dieser Ausgabe analysieren. Ergänzend dazu gibt es ein Interview mit dem VDH-Obmann für THS Martin Schlockermann, der Einblicke gibt, wie es zu diesen Entscheidungen kam.
Vereinzelt sieht man jetzt auch Hunde in den Stadiondisziplinen, die sonst nur im CaniCross eingesetzt werden.
Im Hindernislauf wird aus Rücksicht auf kleinere Hunde die A-Wand (Foto links) gegen den Oxer getauscht. Bein Oxer werden zusätzlich die oberen drei Stangen nicht mehr aufgelegt. Fotos: Claudi Vandersee
Im Hindernislauf wird aus Rücksicht auf kleinere Hunde die A-Wand (Foto links) gegen den Oxer getauscht. Bein Oxer werden zusätzlich die oberen drei Stangen nicht mehr aufgelegt. Fotos: Claudi Vandersee
SPRINT-VIERKAMPF (S-VK)
Der S-VK ist jetzt offizieller Teil der Prüfungsordnung. 2022 wurde er als Pilotprojekt im Rahmen des Jubiläums 50-Jahre-­THS eingeführt. Seither reitet diese Prüfungsform auf einer Erfolgswelle: Es ist die größte Innovation seit der Einführung des CSC (1987) und des mehrstufigen Vierkampfes (2002).

Ich kann mich noch gut an ein Gespräch mit dem vormaligen VDH OfT Christoph Holzschneider erinnern. Er meinte, dass wenn wir es in 20 Jahren nicht geschafft haben, gewissen Zielgruppen auf ein ordentliches Niveau im Gehorsam zu bringen – also so wie er im klassischen Vierkampf gefordert wird – warum sollen wir das in Zukunft schaffen? Deshalb braucht es neue Impulse.

Diese sind vor allem bei der Jugend zu spüren. Sie finden durch den S-VK nicht nur einen besseren Zugang in den THS, vielmehr gibt es inzwischen auch viele leistungsstarke Teams, die bereits mit den besten Teams bei den Erwachsenen mithalten können. Als Nebeneffekt hatte man die Idee, Teams aus der CaniCross-­Szene für die Stadiondisziplinen zu begeistern. In der Breite ist das sicherlich noch nicht gelungen. Man sieht aber inzwischen vereinzelt Teams, die mit ihren Hounds oder Houndsähnlichen Hunden zeigen, dass diese Hunde nicht nur für den Zughunde­sport geeignet sind.

Interessant ist, dass es bis auf drei kleine Präzisierungen keine weiteren Anpassungen gegenüber der ursprünglichen Fassung gab. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil manchmal ein kleiner Kreis an Experten ausreicht, um gleich im ersten Wurf einen Treffer zu landen. Innovationen – und das war zum Beispiel bei der Entwicklung des CSC genauso – lassen sich nicht basisdemokratisch entwickeln. Die Herausforderung ist eher, anschließend in den Verbänden Mehrheiten dafür zu finden.

Demokratisch wird es aber dann, wenn die Sportler sich zu Wettkämpfen anmelden. Diesen Hinweis bringe ich nicht ohne Grund. Denn in den sozialen Medien gab es bei der Vorstellung des Konzeptes einiges an Gegenwind. Keine der vorgebrachten Bedenken sind eingetreten, dafür wurden die erhofften positiven Effekte deutlich übertroffen.

VIERKAMPF (VK)
Der S-VK war ein Pilotprojekt in mehrerlei Hinsicht. Wie im Hürdenlauf, werden dort der Slalom- und Hindernislauf in nur einem Durchgang ausgeführt. Das VDH-Gremium hat sich dafür entschieden, den Vierkampf zukünftig nach dem gleichen Modus auszutragen. Das hat den positiven Effekt, dass die Wettkampfdauer reduziert wird und die Wartezeiten sich verringern. Wer sich bereits an den Wettkampfablauf im S-VK gewöhnt hat, der empfand den Vierkampf mit den doppelten Durchläufen inzwischen als sehr zäh.

Durch die Reduktion der Durchgänge verändert sich die Gewichtung zwischen Gehorsam und Laufdisziplinen. Der Gehorsam bekommt einen höheren Stellenwert. Somit grenzt sich der VK auch deutlicher vom S-VK ab. Er wird das Zuhause für Teams, die Spaß und Erfolg an den Gehorsamsübungen haben, während sich im S-VK Teams finden werden, die sich rein auf das Sprinten und Laufen fokussieren wollen. Allerdings wird dieser Effekt nicht so gravierend ausfallen, wie vielfach im Vorfeld in den sozialen Medien diskutiert wurde. Das liegt u.a. daran, dass Nullfehlerläufe jetzt noch wichtiger werden. Ein Patzer im Hürdenlauf ist jetzt deutlich schwerer auszugleichen. Weiterhin werden im Gehorsam halbe Punkte vergeben, sodass die Bewertung differenzierter ausfällt als bisher.

Ein weiterer Effekt ist die Angleichung, die Platzierungen zu ermitteln. Seither wurde im VK die Endpunktzahl kaufmännisch gerundet. Dadurch hat es häufig Teams mit gleichen Platzierungen gegeben. Jetzt werden die Ergebnisse wie im S-VK in Kommastellen ausgewiesen. Ergebnisse mit identischer Gesamtpunktzahl sind somit nahezu ausgeschlossen. Das Ganze wird auch das Mindset der Vierkämpfer beeinflussen. Jetzt zählt jede Hundertstelsekunde und die Teams werden mehr Risiko eingehen müssen, was sich in einem Plus an Sportlichkeit auswirken wird.

GEHORSAM
Im Vorfeld hörte man von vielen Vorschläge, den Gehorsam zu verschlimmbessern. Diese haben es zum Glück nicht in das VDH-Gremium geschafft. Eine interessante Neuerung wird es im VK 3 geben: Dort wird vor Wettkampfbeginn die Reihenfolge der technischen Übungen Sitz, Platz und Steh ausgelost. Das wird für Abwechslung im Training sorgen, für das eine oder andere Team aber durchaus auch eine Herausforderung sein: Nicht nur Hunde gewöhnen sich an Abläufe, sondern auch deren Teampartner.
Hauptsächlich Jugendliche finden über den Sprint-VK einen neuen Zugang zur Leichtathletik mit Hund. Bei den swhv-Meisterschaften lag das komplette Siegerpodest der AK 15 weiblich über 280 Punkte und stellte damit die Aktiven in den Schatten. Foto: Claudi Vandersee
WEITERE BESONDERHEITEN
  • Innerhalb der Pilotphase des S-VK wollte man sehen, ob neue Zielgruppen erschlossen werden können. Deshalb war ein Doppelstart des gleichen Teams (eindeutige Mensch-Hund-Kombination) an einer Veranstaltung nicht möglich. Diese Beschränkung wurde jetzt aufgehoben.
  • Für den Aufstieg in die nächsthöhere Prüfungsstufe ist nur noch eine Qualifikation notwendig. Im zweistufigen Vierkampf (bis 2012) mussten dreimal die Mindestkriterien erfüllt werden. Mit Einführung der dreistufigen Variante (2013) wurde das auf eine zweimalige Erfüllung reduziert. Der Hintergrund für die erneute Reduktion ist, dass der S-VK einstufig bleibt und erfahrene Hundeführer mit neuen Hunden nicht aufgrund des längeren Qualifikationsweges sich lieber dem S-VK anschließen.
  • Um eine Prüfung zu bestehen, brauchte man seit jeher 42 von 60 Punkte. Neu ist, dass bei mehr als 18 Fehlerpunkten in den Laufdisziplinen ebenfalls das Prüfungsziel nicht erreicht ist. Diese Grenze ist sicherlich nicht zu niedrig angesetzt. Da muss im Wettkampf schon gehörig etwas daneben gehen, um so viele Fehlerpunkte einzusammeln.
HINDERNISLAUF
Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten, wird im THS eine gegenläufige Strategie zum Höher-Schneller-Weiter verfolgt. Zumindest was die Anforderungen an das Überspringen von Hindernissen anbetrifft.

Im Laufe der letzten Jahre wurde der Laufdiel um 10 Zentimeter verbreitert und der Auf- und Ablauf von einer Stufe zu einer Schräge verändert, der Tunnel um 10 Zentimeter erhöht und keine Erhöhungen mehr des Hochweitsprungs und der Hürden für Hunde über 50 Zentimeter Schulterhöher gefordert. Die letzte Maßnahme geht auf 2013 zurück, als die 100 Zentimeter hohe Treppe und Schrägwand durch die 80 Zentimeter hohe A-Wand ersetzt wurde. Obwohl diese Querstreben hatten, sah man trotzdem Handlungsbedarf bei kleineren Hunden. Deshalb wird jetzt im Hindernislauf als zweites Hindernis der Oxer aus dem CSC verwendet. Allerdings werden die obersten drei Stangen nicht aufgelegt.

Bei dieser Änderung schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Rein vom Optischen her macht das Überspringen der A-Wand einfach mehr her. Teams mit kleineren Hunden werden sich freuen, weil die Chancengleichheit eher gewahrt bleibt. Aus dem gleichen Grund wurde jetzt auch der Hochweit-Sprung von 100 Zenti­meter auf 60 Zentimeter reduziert. Mit beiden Maßnahmen wollte man die Aufsplitterung in unterschiedliche Wertungsklassen vermeiden, was auf jeden Fall zu befürworten ist.Eine weitere Änderung ist der festgeschriebene Abstand zwischen den Hindernissen. Der Hindernislauf war die einzige Disziplin, in der das nicht der Fall war. Für mich eine längst überfällige Maßnahme. Wenn Hunde am Geschwindigkeitslimit laufen, dann müssen exakte Hindernisabstände trainiert werden. Die schnellen Hunde haben teilweise Flugkurven von sechs Metern und mehr. Da können unregelmäßige Abstände zu einer großen Gefahr werden.

CANICROSS
Mit der letzten Prüfungsordnung aus 2019 wurden die Cross-­Disziplinen CaniCross (Hundeführer läuft mit Hund), Bikejöring (Mountain-Bike + Hund) und Dogscooter (Scooter + Hund) aufgenommen. Hier sollte eine Lücke im Portfolio der Cross-Diszi­plinen geschlossen werden. Da es im THS bereits den Geländelauf mit den Strecken 1.000, 2.000 und 5.000 m gab, lag es auf der Hand, beides zu vereinen. Der einzige Unterschied zwischen beiden Disziplinen lag darin, dass im THS-Geländelauf die Streckenlänge exakt eingehalten werden musste. In der Praxis stellte das die Veranstalter häufig vor Probleme, weil entweder Strecken aufwendig verlegt werden mussten, weil sie zu kurz waren, oder es wurden falsche Angaben zur Streckenlänge gemacht. Insofern ist die Einigung auf Streckenbereiche eine positive Weiterentwicklung. Ab 2025 umfasst die Sprintstrecke alles zwischen 400 m und 1.000 m, die Kurzstrecke liegt zwischen einer Länge von größer 1.000 m bis zu 4.000 m und die Langstrecke ist in einem Bereich ab 4.000 m bis maximal 8.000 m.

Auch in Bezug auf das Labeling wollte man mehr Klarheit schaffen, weil der Begriff CaniCross seither häufig als Dachmarke und als Einzeldisziplin zugleich verwendet wurde. Die Dachmarke wird zukünftig CaniCross sein und die Einzeldisziplinen heißen Geländelauf, Dogscooter und Bikejöring mit dem Hund. Mehrere Hunde als ein Gespann sind im VDH ausgeschlossen.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Präzisierungen und Gestaltungsmöglichkeiten. Auf eine will ich hier noch eingehen und das ist eine neue, spezielle Vorprüfung für die CaniCross-­Disziplinen. Damit wird das Ziel verfolgt, dass die Hunde den Anforderungen brenzliger Wettkampfsituationen auch wirklich gerecht werden. Die geforderten Aufgaben (acht in Summe) haben durchaus Anspruch. Dazu zählen u.a. Begegnungsverkehr mit anderen Teams, Wenden und Abbiegen trotz Verleitung.

PARA-ATHLETIK MIT HUND
Die PARA-Athletik umfasst alle Teams, deren Hundehaltern
Einschränkungen im Sinne des SGB IX haben. Sie wird in vier Wertungsklassen unterschieden:
  • Rollstuhlfahrer
  • Rollstuhlfahrer mit Elektroantrieb
  • Personen mit Behinderung durch Amputation oder Fehlbildung bzw. Fehlfunktion der Gliedmaßen
  • Sehbehinderte Personen mit bzw. ohne Begleiter
Die wesentlichen Änderungen in den Stadiondisziplinen sind jetzt, dass nicht nur Fehlerpunkte gewertet werden, sondern es auch nach Zeit geht. Man einigte sich für den VK zudem darauf, dass nur noch die Anforderungen des VK 2 angeboten werden.

FAZIT
In der Bewertung der Änderungen wird häufig der Fehler gemacht, dass man einzelne Bestandteile herauspickt und diese für seinen aktuellen Hund bewertet, ohne auf die Gesamtwirkung für den Sport zu achten. Ich bin nicht mit allen Änderungen glücklich, es hat aber viele wichtige Weichenstellungen gegeben. Von Seiten der PO sind die Hausaufgaben in Richtung Zukunftsfähigkeit gemacht, da gibt es nicht mehr viel Luft für Optimierungen. Im zweiten und dritten Schritt wird jetzt entscheidend sein, inwieweit die Digitalisierung und Internationalisierung voranschreitet. Mit einer digitalen Leistungsurkunde könnten die Wettkämpfe um 1,5 bis 2 Stunden verkürzt werden. Das wäre ein echter Game­changer. Und für die Top-Teams wäre die Option international zu starten ebenso wichtig, bevor sie sich anderen Sportarten zuwenden.

ALBRECHT HEIDINGER
Das Hightlight im Sprint-Vierkampf bei Meisterschaften ist das Jagdrennen im abschließenden 1.000 Meterlauf.
Foto: Claudi Vandersee
Interessante Neuerung für den Gehorsam VK 3: Die Reihenfolge der Übungen „Sitz“, „Platz“ und „Steh“ wird zukünftig vor Veranstaltungsbeginn ausgelost.
Foto: Claudi Vandersee
Der Shorty wird – wie in der von Hans Heidinger kreierten Ursprungsversion von 1996 – wieder über Kreuz ausgeführt. Mit der parallelen Ausführung konnte er sich zeitlebens nie anfreunden. Mit dem zweiteiligen Tunnel wird das Kreuzungselement gestaltet, in dem je ein Teil für jede Sektion vorgesehen ist.
Der Shorty wird – wie in der von Hans Heidinger kreierten Ursprungsversion von 1996 – wieder über Kreuz ausgeführt. Mit der parallelen Ausführung konnte er sich zeitlebens nie anfreunden. Mit dem zweiteiligen Tunnel wird das Kreuzungselement gestaltet, in dem je ein Teil für jede Sektion vorgesehen ist.
Der Shorty wird – wie in der von Hans Heidinger kreierten Ursprungsversion von 1996 – wieder über Kreuz ausgeführt. Mit der parallelen Ausführung konnte er sich zeitlebens nie anfreunden. Mit dem zweiteiligen Tunnel wird das Kreuzungselement gestaltet, in dem je ein Teil für jede Sektion vorgesehen ist.

Interview

VDH-Obmann Martin Schlockermann nimmt Stellung zur neuen Prüfungsordnung

Der Prozess bis zu einer neuen Prüfungs­ordnung wurde in der Vergangenheit häufiger als wenig harmonisch beschrieben. Wie lief es aus Deiner Sicht dieses Mal ab?
Wir starteten im Januar mit einer Präsenz­sitzung, in der die grundsätzlichen Fragestellungen diskutiert wurden. Daran schlossen sich 10 weitere Online-Meetings an, um die Details zu präzisieren. Zwischen den Online-Sitzungen lagen in der Regel mehrere Wochen, sodass die Ausschuss-­Mitglieder genügend Zeit hatten, über Themenblöcke nachzudenken, bei denen noch keine Einigung erzielt werden konnte. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde so auch der Druck herausgenommen, unmittelbar zu Ergebnissen kommen zu müssen, was dem Gestaltungsprozess, aber auch dem Endergebnis entgegengekommen ist.

In welchen Bereichen dauerte es länger, bis man sich einig war und wo konnte man schnell einen Konsens finden?
Die Verbände hatten ihre Vorschläge bereits vorgefiltert und so konnte man sich bei den großen Themen schnell einigen. Das war zum Beispiel beim Vierkampf mit der Reduktion auf einen Durchgang für den Slalom- und Hindernislauf der Fall oder auch, dass der Geländelauf in den CaniCross aufgeht.

Ebenso ist man den Weg weitergegangen, Änderungen so zu gestalten, dass für die Vereine keine zusätzlichen Kosten entstehen. Die letzte Änderung an einem Hindernis war 2013 mit der A-Wand. Davon können andere Hundesportarten nur träumen. Zeitaufwendiger war es, die Details auszuarbeiten. Dazu zählt beispielsweise, in welchen Disziplinen nur noch in der Freifolge gelaufen werden darf und welche Disziplinen der Hund auch an der Leine geführt werden kann.

Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, dass Hundesport und Digitalisierung miteinander auf Kriegsfuß stehen. Der wichtigste Punkt für viele Vereine ist es, dass die Auswertungsprogramme rechtzeitig auf die neue PO angepasst werden. Kannst Du hierzu etwas sagen?
Es ist damit zu rechnen, dass die Programmversionen der gängigen Anbieter rechtzeitig zur Verfügung stehen werden. Der nächste Schritt wäre dann eine cloud­basierte Lösung, dass also sofort nach Zieldurchlauf die Ergebnisse auf dem Handy abgerufen werden können. Dies wird bereits in anderen Sportarten angeboten und ich hoffe, dass hier auch bald ein Angebot für den THS geschaffen wird.

Etwas länger dauern dürfte die Einführung einer digitalen Leistungsurkunde. Ich bin aber zuversichtlich, dass, wenn die Pilotphase bei Agility erfolgreich abgeschlossen wird, wir auch auf diesen Zug aufspringen können. Das wäre dann tatsächlich ein großer Schritt nach vorne, weil viele administrative Vorgänge dadurch obsolet werden.

Ein großer Nachteil des THS ist die fehlende Internationalisierung. Gibt es hier Neuigkeiten?
Es wurde ein FCI-Ausschuss gegründet, bei dem Deutschland den Vorsitz hat. Dort sind momentan sieben Länder vertreten. Der kleinste gemeinsame Nenner sind die Cani­Cross-Disziplinen. Hier wird es als Erstes darum gehen, die jeweiligen Prüfungsordnungen zu harmonisieren. Das wäre auch die Voraussetzung für eine internationale Meisterschaft.

Parallel dazu müssen wir uns innerhalb des VDH noch auf die Durchführung einer DM im CaniCross einigen, seither gibt es die nur für die Geländelaufdisziplinen. Diese wird es aber nicht vor 2026 geben und sollte zuerst konstituiert sein, bevor wir eine internationale Meisterschaft planen.

Wie sieht es mit den anderen Disziplinen aus?
Der große Pluspunkt des THS ist seine Rassevielfalt und dass ein Geräteparcours-­Set im Vergleich zu Agility deutlich güns­tiger ist. Mit dem Bindeglied des S-VK sehe ich mittelfristig die Möglichkeit, die Stadion-Disziplinen auch ins Ausland zu tragen, weil es relativ wenig Überschneidungen zu anderen Hundesportarten gibt.
Für Martin Schlockermann ist die neue Prüfungsordnung eine gute Basis, die Herausforderungen für die Zukunft zu meistern
Mit Teilnahmen an der VDH-DM ist Martin Schlockermann auch im Sport nach wie vor auf höchstem Level aktiv. Fotos: Oliver Voss