LRO – Jahresbericht 2025

Sehr geehrte Hundesportfamilie, das Hundesportjahr 2025 ist zu Ende!
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Foto: privat

Das Erfreuliche schon mal vorweg, wir hatten im GHS-Bereich deutlich mehr Prüfungen als in 2024. Die Umsetzung der neuen Prüfungsordnung hat sich im Laufe des Jahres sehr gut eingespielt. Nach Rücksprache mit den Richterinnen und Richtern wurden im Prüfungsverlauf Unklarheiten für den/die Hundeführer:in ausgelegt und auf die zukünftig korrekte Arbeitsweise hingewiesen. Das Ergebnis, es wurde keine Beschwerde an mich herangetragen. Dafür danke ich allen Prüfungsteilnehmern herzlich.

In der Organisation von Prüfungen sind doch Auffälligkeiten gewesen, die ich mitteilen muss. Es gibt immer noch Vereine, die in Sachen Vorbereitung der Unterlagen starke Defizite aufweisen. In Sachen Prüfungsausfall ist es vorgekommen, dass der LR einen Tag vor der Prüfung eine Absage bekommen hat. In Sachen Ausbildungspräsentation innerhalb einer Prüfung kam es vor, dass man die Hunde wie in einer Übungsstunde vorführte und die Chronologie der Einzelübungen der Prüfungsstufe überhaupt nicht kannte. Aus oben genannten Gründen muss ich darauf hinweisen, dass ein Prüfungsleiter mindestens 3 Tage vor der Prüfung den eingesetzten LR informiert. Zu dieser Information gehört die Mitteilung über die Anzahl der Hunde und in welchen Prüfungsstufen sie vorgeführt werden. Weiterhin bitte ich, mitzuteilen, dass die erforderlichen Unterlagen zur Durchführung einer Prüfung ordnungsgemäß vorliegen. Bei Prüfungsausfall ist umgehend die HG in Hemer und der/die LR:in zu benachrichtigen. Der Prüfungsleiter braucht nicht zwingend den erforderlichen SKN, es muss lediglich im Verein, für die Prüfungssparte, ein SKN-Inhaber vorhanden sein. Eine freie Auswahl von Richter:innen im DVG ist nicht vorgesehen. Nach dem Antrag des Terminschutzes wird dieser an mich weitergeleitet und ein:e Richter:in zugewiesen. Nach wie vor gibt es die Problematik, dass in Ballungszeiträumen (März/April und September/Oktober/teilweise auch noch im November) eine starke, gleichzeitige Anhäufung von Prüfungen angemeldet werden. Zwar haben wir derzeit einen Richter dazu gewonnen, aber da viele von uns noch aktiv Hunde führen, muss ich auf Richter:innen anderer Landesverbände zurückgreifen. Dies muss in Kauf genommen werden, da die Vereine ihre festgelegten Termine nicht ändern können oder wollen.

Eine ganz wichtige Information an alle Vereine: Bei Landesveranstaltungen IGP und FH werden keine Vereinsprüfungen genehmigt. An diesen Wochenenden finden im LV nur die LV-Veranstaltungen statt. Dies wurde im Jahr 2025 leider nicht umgesetzt, weil ich nicht aufgepasst habe.

Hundeführerinnen und Hundeführer des LV Nord-Rheinland waren in 2025 überregional sehr erfolgreich. Im IGP- und FH-Bereich konnten wir als Mannschaftsführer die Hundesportler:innen zur BSP begleiten. Im FH-Bereich waren wir außergewöhnlich erfolgreich, die Ergebnisse entnehmt ihr bitte dem Bericht des OfG.

Seit 2024 betreuen wir im IGP- und FH-Bereich den LV Hessen/Rheinland-Pfalz. Diese Anforderung konnten wir bislang sehr erfolgreich erfüllen. Zurzeit werden zwei Anwärter in unserem Landesverband ausgebildet, die uns eventuell, nach bestandener Abschlussprüfung, etwa ab der 2. Jahreshälfte 2026 zur Verfügung stehen. Für den LV NRL: Dario Lennartz und für den LV HRP: Martin Farl. Wir wünschen beiden einen weiterhin guten Verlauf ihrer Anwartschaften und werden sie bestmöglich für die Abschlussprüfung vorbereiten.

Leider muss ich auch über sehr traurige Anlässe berichten.

In 2025 verstarben drei Ehrenleistungsrichter Monika Morbach, Hermann Müller und Josef Fischer.

Schaut man auf das Alter, sind sie viel zu früh von uns gegangen. Zu meinem Ziehvater Hermann Müller hatte ich bereits einen Bericht unmittelbar nach der Beerdigung geschrieben. Diesen füge ich hier noch mal ein!
Nachruf für den Ehrenleistungsrichter Hermann Müller

Am 16.02.2025 verstarb mit 83 Jahren Hermann Müller.

Hermann ist ein Urgestein des DVG, er trat dem Verband am 01.07.1970 bei. In seinem Heimatverein MV Essen-Borbeck bildete er seine Hunde aus und war auch dort Schutzdiensthelfer. Seine Liebe für den Gebrauchshund fand er sehr früh in der Rasse der Rottweiler. An unzähligen Veranstaltungen nahm er als Hundeführer teil. 1984 bewarb er sich als Leistungsrichter im DVG und bestand die Abschlussprüfung am 01.04.1985. Seine Leistungsrichtertätigkeit endete im Jahr 2011. Von 1999 bis 2006 war Hermann LRO, Leistungsrichterobmann im Landesverband Nord-Rheinland. In dieser Zeit wurde ich Leistungsrichter und war sehr stolz unter ihm bewerten zu dürfen. Hermann bestach durch Kompetenz, Ruhe und Souveränität. Noch wertvoller als diese Eigenschaften war seine Menschlichkeit, sein Führungsstil und sein Umgang mit den LR:innen in allen Lagen. Er war für alle immer da, hilfsbereit und ratgebend in schwierigen Situationen. Wir bewunderten ihn für seine Herzlichkeit und sein oftmals strahlendes Lächeln. Im Jahr 2007 wurde ihm die große Verbandsehrennadel des DVG verliehen und im selben Jahr die VDH-Sportabzeichen in Gold mit Kranz. 2012 wurde ihm durch den Verband die Ehrenmitgliedschaft verliehen und 2020 war er 50 Jahre Mitglied im DVG. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Lieber Hermann, wir werden dich sehr vermissen.

Infos und Bitten zum Jahresanfang

Wenn ihr diesen Artikel lest, dann hat das Sportjahr 2026 schon angefangen und die ersten Prüfungen sind schon Geschichte.
Für unsere Sportler im Agility ist seit dem ersten Januar die eLU im Einsatz. Nach einer Probezeit zum Jahresende 2025 sind nun unsere Sportler im „Digitalen Zeitalter“ angekommen. Für die anderen Sportarten wird das mit der Zeit auch so kommen. Keine Kaffeeflecken mehr auf einer LU, keine Eselsohren oder angeknab­berten LU mehr, es sei denn der Hund knabbert das Handy an. Für die Vereine ändert sich die Nachbearbeitung der Prüfung in der Art, dass die Prüfungsergebnisse nach Ende der Prüfung an die VDH Digital Service AG gesendet werden. Für die eLU wird es eine Servicegebühr pro Jahr geben. Für 2026 übernimmt der DVG diese Gebühr. Wie hoch am Ende die Gebühr ausfallen wird, erst einmal beträgt sie 12 Euro pro Jahr und Hund (egal wie viele Hundeführer mit dem Hund starten), hängt wohl auch davon ab, wie die Daten der Vereine aufgeliefert werden. Wenn diese über die zertifizierten Programme geschickt werden, sollte es wenig Pflegeaufwand sein. Sollten die Daten aber auf anderem Wege aufgeliefert werden, dann kommt der Faktor Mensch in die Rechnung. Denn Arbeitslohn muss ja bezahlt werden. Die Kosten für die Vorhaltung von sicheren Servern und den Strom sowie evtl. Miete für Räumlichkeiten sind ja auch nicht Null. Hier zählt wohl je besser dieses System angenommen wird umso geringer können die Gebühren sein.

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Foto: privat

Die neue Mitgliederverwaltung ist nun schon ein paar Monate am Start. Im Laufe dieses Jahres wird diese immer weiter in „Betrieb“ genommen. Leistungsurkunden gibt es schon nur noch über diese. Auch die Terminschutzanträge laufen hierüber. Bald wird es auch möglich sein, seine Mitglieder über diese Mitgliederverwaltung an- und abzumelden. Es wird keine Mitgliedsausweise mehr in Papierform geben. Die WebApp ersetzt den Mitgliedsausweis. Also denkt als Vereinsvorsitzende daran euren Mitgliedern die Einladung zur WebApp zu schicken. In dieser App sieht das Mitglied auch seine Leistungsurkunden, seine evtl. vorhandenen Sachkundenachweise mit dem Ablauf Datum der vorhandenen Sparten. Wer unbedingt einen Mitgliedsausweis in Papierform haben möchte, kann über seinen Vorsitzenden diesen aus der Vereinsverwaltung drucken lassen. Hier sind wir als DVG auf einem guten Weg der Digitalisierung.

Im vergangenen Sportjahr hat der Landesverband drei Vereine hinzubekommen. Zum 01.01. den HSV Rheinhausen und den HSV Meerbusch Kaarst und zum 01.10. den HSV Bonn Beuel. Zum Jahreswechsel 2026 kommt der GHSV Straelen als neuer Verein in die KG Krefeld. Zudem werden zwei Verein aus Hessen/Rheinland-Pfalz, der MV Düngenheim und das Hundesportteam Pellenz in unseren LV wechseln. Leider haben sich mit dem HSV Köln Süd und dem MV Köln Kalk zwei Vereine abgemeldet. Bei diesen beiden Vereinen fehlten die Vereinsgelände. Trotz aller Versuche war es ihnen nicht gelungen, etwas Neues zu finden. Das ist schade, aber in der heutigen Zeit wohl nicht zu ändern.

Nun zu etwas, was mir und den Obleuten in den Sportarten auf dem Herzen liegt. Wir brauchen in allen Sportarten Nachwuchs bei den Richtern. Im Gebrauchshundsport kommt, wenn alles gut geht, zum Ende des nächsten Sportjahrs ein weiterer Richter neu hinzu. Schön wäre es, wenn sich noch weitere Gebrauchshundsportler finden würden, die ins Richteramt eintreten möchten. Rally Obedience bekommt, wenn es keine Einsprüche gegen die Bewerbungen gibt, im Jahr 2026 drei Anwärter hinzu, die dann hoffentlich im Jahr 2027 erstmals zum Einsatz kommen können. Beim Agility ist es so, dass zwei Richter ihr Amt zum 31.12. 2025 niedergelegt haben. Hier wird es langsam sehr eng, was unsere Richtersituation angeht. Hier noch einmal von mir die bitte an die Sportler, die die Qualifikation zur Bewerbung haben, bitte tut unserer Obfrau den Gefallen und meldet euch. Denn über kurz oder lang wird es immer schwieriger, alle Turniere zu besetzten. Auch im Bereich Hoopers fehlt es in unserem LV an Richtern. Mit unserer Beauftragten haben wir nur einen Richter. Bitte geht in euch und habt den Mut euch für das Richteramt zu bewerben. Das würde auch die Kosten für die Richter bei den Prüfungen senken, da keine Richter aus anderen LVs zum Einsatz kommen müssten. Im Spürhundsport hat der LV nun zwei Richter. Auch hier gilt, wenn Sportler die Qualifikation haben, dann meldet euch, um die beiden zu unterstützen. Auch wenn diese Pflanze noch jung ist, helft mit, sie wachsen zu lassen. Auch im Bereich Obedience gibt es einen akuten Mangel an Richtern. Zwei Richter sind einfach zu wenig. Immer wieder muss unser OfO auf Richter aus anderen LVs zurückgreifen. Das kann nicht im Sinn der Vereine sein, da sich die Richterkosten ja auch im Erlös einer Veranstaltung niederschlagen. Im Turnierhundsport sieht es im Moment relativ gut aus. Doch auch hier ist abzusehen, dass in näherer Zukunft mehrere Richter aus Altersgründen ihre Tätigkeit aufgeben müssen. Das ist nicht heute und morgen, aber es kommt. Daher wer das bestehende Corps entlasten möchte, soll sich doch bitte melden.

Nach so viel Betteln nun noch eine Bitte, die auch im Bericht des LRO schon steht. Bitte teilt den Richtern, die für eine Prüfung eingeteilt sind, doch frühzeitig mit, wenn eine Prüfung nicht stattfindet. Zum einen kann dieser sich dann „frei“ melden und evtl., an anderer Stelle einspringen oder mal ein Wochenende mit der Familie verbringen oder selbst seinen Hund führen. Dies wird ja auch von den Sportlern gefordert, denn der Richter, der weiß, wie es ist, seinen Hund vorzuführen kann besser einschätzen, wie die Nervosität sich auf eine Vorführung auswirkt. Daher geht in euch und unterstützt die amtierenden Richter.

Dann noch eine Bitte an die Vereine. Wir suchen immer Ausrichter für die Landesmeisterschaften. Besonders im Bereich FH wird es immer schwerer einen Ausrichter zu finden. Daher eine Bitte an die Vereine, die die Möglichkeit haben, so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Wenn ein Verein z. B. nicht die Möglichkeit hat, genügend Fährtengelände zu bekommen. Schließt euch doch bitte mit anderen Vereinen als ARGE zusammen, um unseren FH Sportlern die Qualifikation zur BSP FH zu ermöglichen. Dies gilt auch für alle anderen LV Veranstaltungen. Es gibt immer die Möglichkeit sich zu mehreren Vereinen zusammen zu schließen. Ein Verein hat evtl. das passende Vereinsgelände, aber nicht die Manpower, um die nötigen Helfer zur Veranstaltung zu stellen. Wenn sich da Vereine zusammentun, würden sich evtl. neue Möglichkeiten auftun. Dies gilt auch für Veranstaltungen, die unser Verband durchführt.

Euch allen wünsche ich ein ruhiges und erfolgreiches Sportjahr 2026.
Willibert Heinrichs