Die Abt. B wurde von Sue Chandraratne bewertet, die insgesamt sehr streng die Leistungen in der Abt. B bewertete. Aber das war zu erwarten, Sue ist eine Hundesportlerin, die sich selbst mehrfach erfolgreich auf nationalen und internationalen Wettbewerben der Konkurrenz stellte und dort ganz besonders mit vorzüglichen Leistungen gerade in der Abt. B hervorstach, also die Messlatte lag hoch und daher gab es in B kein einziges Team, das die Höchstbewertung „Vorzüglich“ erreichte. (Übrigens, ansonsten wurden ja immer die weiblichen Sportlerinnen belächelt, da diese i.d.R. nicht so gute Wurftechniken haben, wie die männlichen Kollegen. In diesem Jahr, stand ja erstmalig gem. der neuen PO an, dass der Bereich hinter Kletterwand und Hürde sowie auch auf ebener Erde gekennzeichnet war. Es war unsere Sportfreundin aus den USA, die dieses hervorragend meisterte (da soll noch einmal jemand sagen: Trockenübungen – wofür machen die amerikanischen Konkurrenten das beim Training – Frage beantwortet???) Also nächste Übungsstunde Trockentraining für das Werfen des Bringholzes.
Die Abt. C bewertete Franz-Josef Schwan, der von den Schutzdiensthelfern Benny Breier und Lars Kamp unterstützt wurde, die natürlich beide ein „Backup“ durch Jan Steffens und Steve Berlage hatten. In dieser Abteilung sahen die Zuschauer, welche Aufgabe hier dem Hundeführer und dem Hund im Zusammenspiel, im gegenseitigen Vertrauen und in der sauberen Ausführung beigemessen werden muss.
Hier geht es um die Mensch-Hund-Beziehung genauso, wie um die Triebhaftigkeit des Hundes und den gelenkten Gehorsam. Ich nehme hier bewusst, den spektakulären Vorfall während des Ablaufs im Schutzdienst vom Team Andre Fermum mit seinem „jungen“ Hund Kenzo vom Streitwald. Das Team brachte das höchste SG aus der Ab. B mit, sie hatten also gezeigt, dass sie gut miteinander harmonieren und Hörzeichen befolgte Kenzo sehr gut und motiviert. So war es auch im Schutzdienst. Im zweiten Teil des Schutzdienstes – Abwehr eines Angriffes aus der Bewegung lief Lars diesem stark gestikulierend entgegen, als die entsprechende Entfernung zwischen und Hund und Hundeführer erreicht war, setzte Andre seinen Hund mit entsprechendem Hörzeichen zur Abwehr ein.
Dieser Hund entwickelte ein Tempo (ich möchte die Kiloponds nicht messen), mit dem er ungebremst den Anbiss in den Ärmel nahm, Lars von dieser Wucht überrascht war und in einem Bruchteil von Sekunden drehte der Hund mit dem Ärmel eine kurze Runde, um sich dann sofort Richtung Hundeführer zu bewegen. Wir alle hielten den Atem an und ich glaube, Andre war dem Infarkt näher als jeder andere von uns. Franz-Josef Schwan und Kl.-Jürgen Glüh (LRO/PL Abt. B und C) hatten die Situation genauso beurteilt, wie die meisten Zuschauer auch. Es wurde verlangt, die Übung ab da zu wiederholen, von da sie nicht mehr po-gerecht zu Ende geführt werden konnte. Andre und Kenzo haben einmal mehr gezeigt, dass die Arbeit der beiden auf gegenseitigem Vertrauen beruht, denn solch eine Situation ist nicht vorausschauend trainierbar. Das Team stellte sich der Aufgabe, bei Einstellung des Überfalls ließ Kenzo ohne Beanstandungen aus und auch die folgenden Übungen waren vorzüglich. Sodass die Abt. C insgesamt mit „Vorzüglich“ bewertet wurde. Genau hier wurde zwar ungewollt gezeigt, was es heißt, einen Gebrauchshund auch in hohen Triebsituationen steuern zu können. Über die Entscheidung bzgl. der Wiederholung der Übung zollten die Zuschauer auch dem verantwortlichen Richterteam entsprechenden Applaus.