Friedel ist der Erste, der aufsteht. Er checkt den Garten ab und stellt sicher, dass keine Gefahren für seine Mädels beim Betreten der Grünfläche gegeben sind, insbesondere reagiert er triumphierend und posaunend auf drohende Gefahren wie Mäuse, vom Tag vorher liegengebliebene Stofftiere, raschelndes Laub, vorbeifahrende Radler und was sonst noch seinen Weg kreuzt. Spätestens danach sind alle wach und gleichzeitig darüber informiert, dass sie in Sicherheit sind.
Anneliese betritt den Garten, Friedel beginnt mit sorgfältigem Abschnuppern an Annelieses lockigem Mudifell, damit wird gewährleistet, dass alles in Ordnung ist und sie keine Gefahr für den Garten, die Umwelt oder ihn darstellt.
Friedel wartet und patrouilliert anschließend den Garten erneut ab, um sicher zu sein, dass Anneliese auch nichts aufgeschreckt hat, was er jetzt verbellen müsste. Wiederholung des Rituals bei Hundekumpel Nummer 3 und Hundefreund Nummer 4.
Er gönnt sich eine kurze Pause und späht die Umgebung aus. Anschließend kommt er vom Garten in die Küche. In der Küche angekommen beginnt sein Wälzritual in 3 Akten, es erfolgt ein Herumrennen, mit abschließender Wälzeinlage, ein erneutes Herumrennen und dabei Laute von sich gebend, die man nicht in Worte fassen kann. Mit Minnegesang kann man es noch am ehesten vergleichen. Ziel ist es, alle anderen Hunde, durch diesen Einfallsreichtum und durch das Aufmerksamkeit erhaschende Gehabe durcheinander zu bringen und den Fokus vom Eigentlichen weg zu lenken. Das Eigentliche ist mit der Idee verknüpft, möglichst schnell und als erster am Futternapf zu sein.
Die Mahlzeit schnell runterwürgen, man weiß ja nie, ob was dazwischen kommt oder ob es jemals wieder etwas Fressbares geben wird.
In Begleitung von mir und unserem Menschen Anneke öffnen wir die Tür und beginnen unsere Morgenrunde. Friedel Fröhlich sorgt dafür, dass der Weg frei ist, das Territorium wird sorgfältig markiert. Friedel versichert sich (LAUTLOS), dass alle Gefahren allein durch seine Präsenz beseitigt sind.
Zurück vom Gassigang widmet er sich erneut der Schönheitspflege, seine Friseur sitzt, dank Wälzen auf dem Teppich, dass die Haare nach dem Wälzakt zu Berge stehen, ist absolut richtig und wichtig, das erhöht seine Körpergröße und dient der Einschüchterung.
Nun kann er zum eigentlichen Programmpunkt übergehen: Dösen auf dem Sofa. Es dient dem Kräfte sammeln um alle und alles zusammen zu halten und weiterhin als Zentrale die Übersicht zu wahren und alles unter Kontrolle zu haben.
Herr Friedel Fröhlich wird durch störende Geräusche von Höhe des Nachbarzauns kommend geweckt. Ein Radfahrer und unser Nachbar begrüßen sich. Friedel sorgt von drinnen durch Gebell dafür, dass sie merken, dass es nicht erwünscht ist, so dass beide zügig weitergehen bzw. fahren. Wer weiß was sonst auch hätte passieren können?! Gefahr abgewehrt. 1:0 für Friedel Fröhlich.
Der Mensch kommt heim und wird umgehend darüber informiert, das alles in Ordnung ist und man zügig nach dem Rechten im Garten zu schauen hat. Die Sicherheitsvorkehrungen liegen bereits Stunden zurück und deren Kontrolle könne nun nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden.
Das Rudel wird informiert, dass Nachbarhund Brandon vor Kurzem nahe dem Zaun vorbeigelaufen sein muss. Mission Impossible, denn das ist ein Unding und nicht tolerierbar. Aus diesem Grund muss lautstark protestiert werden, denn alle müssen wissen, das letzte Wort hat Friedel. Der letzte Wälzakt des Tages erfolgt, immerhin muss man gepflegt zu Bett gehen, so viel Etikette muss sein. Bevor der Tag ein Ende nimmt, wird nochmal im Hof patrouilliert, die Zimmer im Erdgeschoss sorgfältig überprüft, dass da nichts rumliegt, was dort nicht hingehört und in der Küche nach Essenresten und Krümel Ausschau gehalten, damit die kleinen Krabbeltiere nicht den Weg vom Garten in die Küche finden.
Es geht ins Bett, am Fuße eingerollt erfolgt ein rituelles mit der Schnauze die Bettdecke anheben, Wenden, Drehen, Hinlegen, Aufstehen, erneutes Drehen, Hinlegen, Aufstehen und Wenden. Diese gymnastischen Übungen werden von Friedel kommentiert, man ist schließlich multitaskingfähig. Das Ritual wird zeitlich ausgedehnt. Der Mensch wird anschließend und zum Beenden der Übung ein Stück auf die Bettkante geschoben, damit die Komfortzone für Friedels Schlaf die ganze Nacht über gewährleistet ist. Ein letztes Mal in die Runde gähnen, fiepen und seufzen, damit jeder weiß, morgen ist auch noch ein Tag und damit sich alle, die nachts im Garten aktiv sind, auf etwas gefasst machen können, falls sein Mensch ihn nochmal nachts rauslässt. Friedliches Einschlafen: „Ach je, was ist er niedlich, wenn er schläft“, so höre ich Anneke sagen und ihm dabei nochmal über den Schopf streicheln. Anschließend wünscht sie ihm und uns allen eine gute Nacht.
Was täten wir nur ohne unseren Friedel? Er ist Clown, Beschützer, fast immer fröhlich, Rüden inkompatibel, aber herrlich eigen und im Grunde nicht beschreibbar. Er hat was von Pippi Langstrumpf, denn er macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt und das ist auch richtig gut so.
BIS WIR UNS WIEDERSEHEN BLEIBT BITTE MOPSFIDEL UND BOSTONGESUND.
