FAZIT
Die Agility-Weltmeisterschaft 2024 war ein unvergessliches Erlebnis, das uns alle tief berührt hat. Die Veranstaltung war geprägt von beeindruckenden sportlichen Leistungen, inspirierender Teamarbeit und einer einzigartigen Gemeinschaft, die den Hundesport in seiner schönsten Form zelebriert. Und es wurde Geschichte geschrieben. Niemals zuvor gab es so viele geteilte Podien auf Grund von Zeitgleichheit. Auch Team Deutschland war im Medium Teamwettbewerb davon betroffen, so wurde sich in der Laufwertung der 1. Platz mit der Tschechischen Republik geteilt. Im Einzel – Large war Tobias mit einem zeitgleichen Team auf Rang 3 nach dem Jumping. Es gab zum ersten Mal ein Run- Off (gem. den FCI-Wettbewerbsregeln) im Einzel – Intermediate zwischen Dalton Meredith und Iwona Golab mit besserem Ausgang für die Polin. Ob eine solche Regel noch zeitgemäß ist oder würdig ist, sollte an geeigneter Stelle möglicherweise überdacht oder diskutiert werden. Generell ist festzustellen, dass die Leistungsdichte der Nationen immer enger wird und das erlebte Niveau als extrem hoch anzusiedeln ist. Unser Sport ist immer eine emotionale Achterbahn mit wunderbaren, aber auch manchmal traurigen Momenten, insbesondere dann, wenn Teams hinter ihren Erwartungen bleiben, Verletzungen eintreten oder das berühmte Quäntchen Glück gefehlt hat. Aber das ist Agility. Das ist unser Sport! Wir erinnern uns an tolle Momente: Bob Daigle als 73-Jähriger für die USA auf dem Podium im Team, das Debüt einer 13-jährigen Ukrainerin mit Top Leistungen. Aneta Obrusnikowa mit ihren 3 Hunden im Team und natürlich zwei sensationellen Titeln und vielen weiteren Top Einzelleistungen des deutschen Teams. Stellvertretend sei die schnellste Laufzeit von Bozena Plassmann und Ida genannt. Und die Debütantinnen im Team Elena Essig mit Sye, Steffi Gäbler mit Djinn und Eva Müller Schnick mit Boom haben ihr bestes Agility gezeigt und konnten dem Druck standhalten und haben zur Bereicherung des Team Germany maßgeblich beigetragen.
All diese Momente haben wir in der Halle und auch im Live-Stream erleben dürfen. Und genau diese Momente zu erleben, bzw. übertragen zu können und sie deshalb in gewisser Weise miterleben zu dürfen, schafft eine große Gemeinschaft von Agility begeisterten Menschen, die nicht nur für ihre Nationen mitfiebern, sondern auch für deren Freunde aus aller Welt, für besondere Momente und vieles mehr.
Die Erfolge unserer deutschen Athleten sind das Ergebnis harter Arbeit, unermüdlicher Leidenschaft und unerschütterlicher Entschlossenheit, auch wenn wir sicherlich gerne in den Einzelwettbewerben im Medium einen starken Silas am Ende in der Gesamtwertung auf dem Treppchen gesehen hätten oder Tobias und Max im Large im Einzel. Es sollte aber einfach nicht sein, trotzdem durften wir den letzten Auftritt von Beam und Silas auf dem WM-Grün miterleben und wünschen Beam alles Gute für den wohlverdienten Ruhestand. Beam bescherte uns allen wunderbare erfolgreiche Momente und an der Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön für diese Performance der beiden über Jahre!
Die grenzenlose Unterstützung unserer Fans war unbezahlbar und verlieh jedem Moment des Wettkampfs zusätzliche Energie. Der deutsche Fanblock hat gerockt und mit sportlicher Fairness nicht nur unser Team, sondern auch andere Nationen angefeuert. Die von uns erhoffte schwarz-rot-goldene Wand war da und unterstützte das Team, wo es nur ging. Parallel zur sportlichen Leistung war das Team Deutschland auch abseits des Parcours bestens aufgestellt: Alex Beitl und Jörg Zenner standen dem Team als erfahrene Teamchefs zur Seite und kümmerten sich um die organisatorischen Abläufe, sodass sich die Sportler auf ihre Leistungen konzentrieren konnten. Ena Braun, als Physiotherapeutin der Sportler, und Lisa Margraf, als Hundephysiotherapeutin, sorgten dafür, dass sowohl Mensch als auch Hund in Bestform an den Start gehen konnten. Stets im Hintergrund unterstützend dabei war auch Sina Just, Oberhaupt von Agility Deutschland und FCI-Delegierte (Fédération Cynologique Internationale) für Deutschland.
Bei der Abschlusszeremonie am Sonntag, den 6. Oktober 2024, erklang die deutschen Nationalhymne gleich zweimal – für das Team Large und das Team Small. Dieser bejubelnde Moment bildete den krönenden Abschluss eines unvergesslichen Wettkampfs.
Für uns war es eine Ehre, Teil dieses bedeutenden Ereignisses zu sein, ob als Sprecher oder als Fotografin. Die Erinnerungen an diese Meisterschaft werden uns noch lange begleiten. Die multimediale Begleitung eines solchen Events wird immer zentraler, sei es durch bewegte Bilder oder tolle Fotos. Zum einen um unvergessliche Momente für die Sportler selbst zu schaffen und für die Fans in aller Welt aber auch um für die Teilnehmer Erinnerungen wachzuhalten und zu erschaffen, an die man sich noch in Jahren erinnert. Die Teilnehmer nehmen für eine solche WM sehr viel in jeglicher Hinsicht auf sich und investieren sehr viel in eine solche Woche. Durch Bilder, Videos und Live Streaming kann man ein ganz klein wenig Danke sagen, um die Sportler auf der großen Bühne in dem Licht zu präsentieren, das sie verdient haben: Im besten Licht! Danke, dass wir ein Teil davon sein durften und hoffentlich noch lange sein dürfen. Auch wenn diese eine Woche nicht wirklich etwas mit Urlaub zu tun hat, so bleibt sie immer in Erinnerung. 67 Stunden mit 2000 Läufen moderiert und vieles mehr und unzählige Gigabyte voll mit Fotos und Videos sprechen eine klare Sprache!
An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch an alle neuen Weltmeister und Platzierten, die mit Nervenstärke, Fleiß, unbändige Liebe zu ihren Hunden und Harmonie Spitzensport im reinsten Sinne der Definition zeigten. Es war eine Freude, diese brillanten Läufe zu erleben.
Auf Wiedersehen – bis zur nächsten Agility-Weltmeisterschaft, die vom 17. bis 21. September 2025 in Kalmar, Schweden, stattfinden wird.
Sportliche Grüße,
ERIC LAUMANN UND MILLA STÖHR