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    Agility Szene

Ein Bericht aus Elternsicht

Ein letztes Mal JOAWC

Ich begleite meine Tochter Maya seit ihrem 7. Lebensjahr mit ihren Hunden auf kleine und große, nationale und internationale Agilityturniere – in Belgien ist nun der vierte und letzte internationale Start als Juniorin. Sonst als Kind und Jugendliche auf den Turnieren eher der Exot, ist die JOAWC eine Veranstaltung, bei der die Junioren sich mit gleichaltrigen Agilitysportlern treffen, Austauschen, feiern, anfeuern, mitleiden und natürlich auch messen. Die Kids sammeln das ganze Jahr über Qualis für dieses tolle Event. Auf Turnieren wird sich ausgetauscht – „Wie viele Punkte hast du schon zusammen?“, „Meinst du, das reicht, um einen Startplatz zu bekommen?“
Anfang April fiebern sie dann sehnsüchtig der Veröffentlichung der Startliste entgegen. Wir Eltern fiebern natürlich mit – nicht zuletzt aber auch, weil wir evtl. noch Urlaubstage beim Arbeitgeber verschieben müssen, Wohnwagen oder Wohnmobil mieten wollen, was oft schwierig ist, da die JOAWC ja im Juli mitten in der Hauptreisezeit liegt. Oft müssen wir Eltern auch noch andere Dinge drumherum planen, Tierbetreuung für zu Hause organisieren oder Ehemänner beschwichtigen, dass der Jahresurlaub mal wieder fürs Agility draufgeht. Ist die Startliste erst einmal da, geht’s in den WhatsApp Gruppen rund – wer hat schon seine Teamkleidung? Wer ist mit wem im Team und wie soll das Team heißen? Es werden Reiserouten diskutiert, Impfpässe gecheckt und überlegt was man auf jeden Fall neben Kind und Hund einpacken muss.

Der nächste Programmpunkt ist dann das Teamtraining in Bad Orb im HSZ Rhein-Main. Hier werden die „Erststarter“ herzlich aufgenommen, es wird zusammen trainiert, gebastelt und ganz wichtig, die Gruppentänze und Schlachtrufe werden einstudiert und aufgefrischt. Das deutsche Juniorenteam hat einen tollen Zusammenhalt, jeder ist für den anderen da und es bestehen deutschlandweite Freundschaften. Abends beim gemeinsamen Grillen gibt es dann noch wichtige Infos von den Coaches und offene Fragen werden geklärt. Wir Eltern sprechen den Ablauf vor Ort durch und verteilen die Aufgaben, die im Vorfeld und vor Ort übernommen werden müssen. Darunter fallen so Dinge wie: Brötchen schmieren, aber auch die typischen Teamzöpfe flechten und Fanshirts für alle Familienmitglieder organisieren. In diesem Jahr haben wir einen extra Campingstellplatz gemietet, auf dem wir Pavillons als Meeting-, Hundephysio- und Verpflegungspoint aufgebaut haben.

Wichtig sind auch die Spendenaktionen, die das ganze Jahr über für die Junioren laufen und vieles davon erst möglich machen. Da werden Startplätze versteigert, Tunnelspiele veranstaltet, Spielzeuge gebastelt und verkauft oder Tombolas gemacht. Aber es kommen auch immer wieder Einzelspenden von Richtern und Agilitysportlern aus ganz Deutschland dazu und so sieht man wie toll diese große deutsche „Agilityfamilie“ ist.

Mitte Juli geht es dann endlich los – auf nach Belgien in den Sentower Park. Die Location ist der Hammer, riesige klimatisierte Halle mit tollem Sandboden und reichlich Platz auf den Tribünen für den deutschen Fanblock. Einzig die großen „No Dogs“ Schilder in der Halle sorgen für den ein oder anderen Lacher.
Die „No Dogs“ Schilder in der Austragungshalle sorgen für den ein oder anderen Lacher.
Die Campingwiese liegt direkt am Wald, in dem man tolle Gassi­runden drehen kann. Wenn man das Haar in der Suppe sucht – Kotbeutel wären gut gewesen, aber ansonsten hat das Orgateam der Belgier alles richtig gemacht und diese Riesenveranstaltung super gestemmt.

Am Mittwoch dann das Teamtraining und abends der traditionelle Pizzaabend mit 83 Personen – und das ist nur das Juniorenteam, mit Eltern und Geschwistern sind wir tatsächlich immer so um die 80.

Donnerstagvormittag Vet.-Check und Einmessen – läuft für alle problemlos und jeder darf in seiner Größenklasse bleiben und starten. Anschließend geht es für viele ins Freibad, wo es laut Aushang für „Jugendgruppen in anerkannter Uniform“ Rabatt gibt und so kommen die Startershirts zum Einsatz.

Am Freitag wird es ernst – Eröffnungsfeier mit Einmarsch der Nationen und Hissen der JOAWC Flagge. Anschließend folgen die Team- sowie auch die Individual Jumpings mit vielen tollen Läufen und Platzierungen und schon einigen Podiumsplätzen für die deutschen Junioren: Das Smallteam „German Girls“ mit Yella Wölke mit Ally, Lou-Carlotta Strohäker mit Chilli, Lexi Händschke mit Pikachu und meiner Tochter Maya Stelling mit Nemo gewinnt den Team-Jumping und das Mediumteam „Black Red GOLD“ schließt mit Platz 3 ab. Pia Pasternak mit Paulchen gewinnt U12 Small. Bozena Behrendt mit Elron landet in U15 Large auf Platz 3 hinter Lea Kasper mit Sia auf Platz 2. Lena Germann mit Holly in U15 Medium belegt Platz 3 und Zoe Strohäker gewinnt mit Ice den U19 Medium Jumping. Bridie Schlathölter schafft es mit beiden Hunden auf Platz 2 – Matty in Inter U19 und mit Burli in Large. Was für ein Auftakt! Team Germany ist on fire! Abends geht es dann bei bestem Wetter für die meisten zum vom Veranstalter angebotenen BBQ-Abend.

Samstag folgen die Team A-Läufe, das Largeteam „Fast and Furious!“ mit Lea Kasper mit Foo, Leni Hoffmann mit Lucy, Katinka Gregor mit Samu und Emily Weidlich mit Tippi landet im Team­Agility auf Platz 2. Die Stimmung der Fans, aber auch die Lautstärke, wird jeden Tag besser – wovon sich einige Hunde leider sichtlich beeindrucken lassen. Anschließend Siegerehrung der Läufe von Freitag und Samstag – leider mit zeitlicher Verzögerung, da es tagsüber in einem der vier Parcoursringe länger dauerte und nachmittags noch ein Unwetter über das Gelände fegte.

Sonntag zum krönenden Abschluss die Individual A-Läufe – es wird mitgefiebert, geschrien, angefeuert, gelacht und geweint. Die Junioren haben viele tolle Läufe, einige haben Pech, dass im entscheidenden Lauf eine Stange fällt, aber alle können stolz sein, dass sie so super Läufe vor dieser Kulisse und in diesem „Hexen­kessel“ abgeliefert haben. Die sechs 18-jährigen Starter haben hier ihren allerletzten Juniorenlauf und wir werden sehr sentimental – meine Tochter fällt mir weinend um den Hals und sagt „Danke, dass du mir dies alles ermöglichst!“ Und das sind diese Momente, in denen unvergessliche Erinnerungen geschaffen werden und ich als Mutter weiß, warum ich das alles seit Jahren mitmache.
Geschmückt geht’s zur Eröffnungszeremonie.
Manchmal muss die Trainerin ihre Schützlinge auch mal fest in den Arm nehmen.
Im deutschen Juniorenteam spielt das Alter keine Rolle – die älteste und die jüngste Starterin verstehen sich super.
Der deutsche Fanblock ist nicht zu übersehen/überhören.
Fotos: Anja Stelling
Geschmückt geht’s zur Eröffnungszeremonie.
Manchmal muss die Trainerin ihre Schützlinge auch mal fest in den Arm nehmen.
Im deutschen Juniorenteam spielt das Alter keine Rolle – die älteste und die jüngste Starterin verstehen sich super.
Fotos: Anja Stelling
AM ENDE GIBT ES IM INDIVIDUAL ZWEI NEUE DEUTSCHE JUNIORENWELTMEISTER:
  • Lea Kasper mit Sia in Large U15 und Chiara Kraus mit Blaze in Medium U19
UND VIER VIZEWELTMEISTER:
  • Sarah Lin Branka mit Dream in U15 Medium
  • Alina Neu mit Kiwi in U15 Inter
  • Emily Weidlich mit Tippi in U19 Large
  • Mediumteam „Black Red GOLD“ mit Lena Germann mit Holly, Zoe Strohäker mit Ice, Mia Guth mit Mäx, Leonie Fiedler mit Pixie
  • nd Lou-Carlotta Strohäker erreicht in U15 Small eine tolle Kombi 3 mit Chilli.
… UND NOCH DIESE PLATZIERUNGEN IN DEN AGILITYLÄUFEN:
  • Sarah Tylla U15 Small mit Honey Platz 3
  • Sarah Lin Branka U15 Medium mit Dream Platz 2
  • Jenna Becker U15 Inter mit Millie Platz 3
  • Lea Kasper U15 Large mit Sia Platz 1, mit Foo Platz 2
  • Chiara Kraus U19 Medium mit Blaze Platz 2
  • Emily Weidlich U19 Large mit Tippi Platz 2
Am Sonntagabend treffen wir uns völlig fertig gegen 22 Uhr am Teamzelt, um uns bei den Coaches Sabine Kreutz, Sandra Lieppert, Carlotta Jägerfeld und Dirk Schlathölter zu bedanken, die volljährigen Starter gebührend zu verabschieden und alle noch einmal gemeinsam zu feiern, zu lachen und ganz viel zu weinen, weil diese Veranstaltung einen einfach immer wieder emotional an seine Grenzen bringt - und das ist auch gut so!!!
ANJA STELLING
Chiara Kraus mit Blaz
Lea Kasper mit Sia
Fotos: C. Tylla

Senior Open Agility World Championships 2024

Die ersten FCI „Senior Open Agility World Championships“ fanden vom 18. bis 21. Juli 2024 statt. Vier Tage Agility pur, es wurde rund um die Uhr auf vier Rängen gestartet. Parallel dazu die Läufe der zeitgleich stattfindenden Junior Open AWC. Die Veranstaltung war ein Pilotprojekt und schlug ein wie eine Bombe, hatten doch 550 Senioren aus 30 Ländern gemeldet.
Als Richter fungierten Marleen Haenifstingels, Aneta Obrus­nikova, Rolli Schiltz und José Vandy. Sie stellten schnelle Parcours, mit super Linien, gespickt mit feinen Verleitungen. Es war eine Veranstaltung der Superlative, und der Sentower Park in Opglabeek, Belgien, die beste Location dafür.

Die durchweg perfekte Organisation des belgischen Veranstalters war beispielhaft und sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Keiner hätte wohl die ersten „Senior Open Agility World Champion­ships“ in der Geschichte besser abwickeln können, Belgien hat Maßstäbe gesetzt.

Die deutschen Senioren waren allesamt mächtig stolz, nominiert worden zu sein, und sind voller Vorfreude hoch motiviert angereist. Die Stimmung im gesamten Team war von Anfang an mega. Der Teamgeist zusammen mit den Junioren verschaffte durchweg Gänsehaut und hat unfassbar viel Spaß gemacht. Die Starter wurden betreut von den Teamleadern Oliver Gustke und Bernd Maul, die unermüdlich Fragen rund um die Veranstaltung beantworteten und als Ansprechpartner der deutschen Starter immer ein offenes Ohr hatten.
Team Deutschland mit guter Laune bei der Siegerehrung
Fotos: Kammer
+ 55 Large-Indiv. – Thomas Behrendt – Platz 3
+ 55 Medium – Kombination Vizeweltmeister: Wolfgang Raible und Platz 3 Mylen Sebastian
Team Deutschland mit guter Laune bei der Siegerehrung
+ 55 Large-Indiv. – Thomas Behrendt – Platz 3
+ 55 Medium – Kombination Vizeweltmeister: Wolfgang Raible und Platz 3 Mylen Sebastian
Fotos: Kammer
Die Beiden verteilten Startlisten, Ergebnisse und Parcours, organisierten T-Shirts, Zeitpläne, hielten Verbindung zum Veranstalter und hielten den Startern den Rücken frei. Für den ersten Gänsehautmoment sorgte die Eröffnungsfeier: welch eine Ehre, hinter der Nationalflagge geschlossen als deutsche Mannschaft einzumarschieren.

Während der Läufe machte der immer gut gefüllte Fanblock, bestehend aus Junioren, Senioren und deren Anhängerschaft, durchgehend mächtig Stimmung und bejubelte jeden einzelnen Lauf. Der Schlachtruf der deutschen Jugend ist legendär und wurde von den Senioren begeistert übernommen. Beflügelt von der Unterstützung der Fans ließen die Erfolge auch nicht lange auf sich warten, die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.
MANNSCHAFTSWERTUNG (KOMBI)
GERMANY LARGE_1: PLATZ 10
Frauke Siebenhaar mit Funky | Angela Killinger mit Dash | Britta Nocker mit Ruby | Oliver Gustke mit Oops

GERMANY LARGE_2: PLATZ 11
Uwe Lehner mit Trina | Frauke Siebenhaar mit Mirci | Thomas Behrendt mit Knut | Joachim Franz mit Fenna

GERMANY INTER_1: BRONZE
Joachim Bucher mit Sunny | Michaela Gänßmantel mit Cheers | Heike Kuhrt mit Feda | Hans Perschl mit Cenci

GERMANY INTER_2: PLATZ 12
Petra Schütz mit Cassis | Heike Rüsche mit Miley | Sissi Schei mit Temlin | Christiane Schauer mit Bono

GERMANY MEDIUM_1: WELTMEISTER
Nele Wiese mit Sja, | Uwe Weitze mit Cheek | Petra Kurowski mit Filou | Cornelia Gauter mit Prime

GERMANY MEDIUM_2: PLATZ 14
Astrid Englich mit Glacy | Wolfgang Raible mit Sammy | Martina Schilde-Mehlis mit Pelle | Mylen Sebastian mit Dotty

GERMANY SMALL_1: BRONZE
Ramona Gerhardt mit Djago | Jörk Schwarz mit Bibi | Guido Vatter mit Noa | Andrea Junge mit Lino

Germany SMALL_2: Platz 4
Andrea Strehl mit Murphy | Jutta Kammer mit Chibi | Christina Baade mit Katie | Georg Holzki mit Yette
+65 Small Kombi Georg Holzki – Vizeweltmeister
Team Intermediate 1 Kombination – 3. Platz
Team Medium 1 Kombination - Weltmeister
Team Small 1 Kombination – 3. Platz
Teamfoto Fotos: Kammer
Teamfoto Fotos: Kammer
+65 Small Kombi Georg Holzki – Vizeweltmeister
Team Intermediate 1 Kombination – 3. Platz
Team Medium 1 Kombination - Weltmeister
Team Small 1 Kombination – 3. Platz
AUCH IM EINZEL GAB ES VIELE PODESTPLÄTZE, HIER WURDE IN ZWEI ALTERSKLASSEN (55+ UND 65+) GETRENNT GEWERTET.
PODESTPLÄTZE EINZELWERTUNG (KOMBI)
INDIVIDUAL SMALL 65+
Georg Holzki mit Yette: VIZEWELTMEISTER

INDIVIDUAL SMALL 55+
Jörk Schwarz mit Bibi: VIZEWELTMEISTER

INDIVIDUAL MEDIUM 55+
Wolfgang Raible mit Sammy: VIZEWELTMEISTER
Mylen Sebastian mit Dotty: BRONZE

PODESTPLÄTZE EINZELWERTUNG (JUMPING)
INDIVIDUAL SMALL 55+
Jörk Schwarz mit Bibi: Platz 2

INDIVIDUAL MEDIUM 55+
Astrid Englich mit Glacy: Platz 1

INDIVIDUAL LARGE 55+
Oliver Gustke mit Oops: Platz 1

PODESTPLÄTZE EINZELWERTUNG (AGILITY)
INDIVIDUAL SMALL 65+
Georg Holzki mit Jette: Platz 2

INDIVIDUAL LARGE 55+
Thomas Behrendt mit Knut: Platz 3
Der gemeinsame Einmarsch von Jugend und Senioren zur Abschlussfeier war ein äußerst emotionaler und unvergesslicher Moment für alle Teilnehmer und deren Fans. Die Erlebnisse während der vergangenen Tage haben zusammengeschweißt, wurde doch zusammen gefeiert, gebangt, geheult, gejubelt und angefeuert. Hier stand EIN TEAM und es war jedem klar: Agility verbindet Generationen, das konnte man an diesem Wochenende intensiv spüren.

FAZIT:
Das Pilotprojekt „JOAWC – SOAWC“ war ein voller Erfolg, es wurde Geschichte geschrieben und diese findet eine Fortsetzung nächstes Jahr.

JUTTA KAMMER
+55 Small Kombination Vizeweltmeister Jörk Schwarz mit Bibi

Ein unvergessliches Erlebnis

Agility-Weltmeisterschaft 2024

Die Agility-Weltmeisterschaft 2024 ist vorbei – ein Event, das uns allen in Erinnerung bleiben wird. In der beindruckenden Kulisse des Sentower Parks in Belgien versammelten sich 705 Teams aus 47 Nationen, um ihr Können zu zeigen und ihre Hunde zum Sieg zu führen. Die Athleten wurden von 158 freiwilligen Helfern unterstützt, deren unermüdlicher Einsatz ohne Zweifel eine wesentliche Rolle für den reibungslosen Ablauf dieser WM spielte. Zum ersten Mal zeigte sich Sentower Park in neuem Gewand: Kunstrasen und eine zusätzliche Tribüne.

Natürlich kennt man den Veranstaltungsort von vergangenen Großveranstaltungen (EO 2022, JOAWC+SOAWC 2024) mit gutem Sandboden. Aber die Veranstalter rund um Jean Pierre Verbesselt haben ganze Arbeit geleistet und eine wunderbare, der WM würdige, Arena geschaffen.
TAG 1: TIERÄRZTLICHE UNTERSUCHUNGEN UND ERÖFFNUNGSZEREMONIE
Bevor die eigentlichen Wettkämpfe beginnen konnten, mussten alle Hunde einen gründlichen Vet-Check bestehen, um ihre Start­erlaubnis zu erhalten. Dies war die erste Hürde, die es zu meistern galt – doch die Vierbeiner des deutschen Teams waren in absoluter Topform und bestanden die Untersuchung problemlos. Der Vet-Check ist ein wichtiger Moment, in dem die Gesundheit und Fitness der Hunde im Mittelpunkt stehen, um sicherzustellen, dass sie bereit für die bevorstehenden intensiven Herausforderungen sind. Alle Formalitäten waren erledigt und sowohl Team Germany als auch die Live-Stream-Crew warteten, bestens vorbereitet, auf die Eröffnungsfeier.

Dann ging es endlich los. Die Atmosphäre im Sentower Park war erfüllt von Vorfreude, während sich die teilnehmenden Teams aus 47 Nationen für den feierlichen Einmarsch in die Arena versammelten. Fahnen wurden stolz geschwenkt und das Gefühl von internationaler Gemeinschaft war allgegenwärtig. Sportler und Zuschauer spürten gleichermaßen die Energie und Spannung, die dieser bedeutende Moment mit sich brachte.

Die Farbenpracht der Flaggen und die Begeisterung der Hunde­sportler spiegelten die Vielfalt und den Zusammenhalt der globalen Agility-Gemeinschaft wider. Besonders berührend war es, als jedes Team einzeln vorgestellt wurde und das Publikum jedem Land mit lautem Applaus Respekt zollte. Dies war der Beginn eines Wettkampfs, der nicht nur sportlichen Ehrgeiz, sondern auch Kameradschaft und gegenseitige Wertschätzung verkörperte. Die Welt war hautnah an dieser Eröffnungsfeier dabei und dieser Spirit der Vielfalt sollte transportiert werden.

Die Zeremonie endete mit der offiziellen Eröffnung durch die Organisatoren. Die Vorfreude auf die kommenden Tage war greifbar, und das Feuer des Wettkampfs brannte in den Augen der Sportler. Der Countdown für die Agility-Weltmeisterschaft 2024 war offiziell gestartet!
Das Team bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung
VDH Team 2024 – FCI-Agi-WM
Freude – Es ist geschafft!!!
Deutscher Fan-Block
Fotos: Milla Stöhr
VDH Team 2024 – FCI-Agi-WM
Freude – Es ist geschafft!!!
Deutscher Fan-Block
Fotos: Milla Stöhr
ERGEBNISSE DEUTSCHLAND

TAG 2: TEAM WETTBEWERBE

Jumping Team Wertung Inter:
Insgesamt erreichte das Inter-Team den 13. Platz im Jumping
  • Elena Essig mit Sye: Fehlerfrei, Platz 20
  • Anne Lenz mit Itzi Bitzi: Fehler: 5, Platz 54
  • Steffi Gäbler mit Djinn: Fehler: 5, Platz 55
  • Bozena Plaßmann mit Ida: Fehler: 5, Platz 57

Jumping Team Wertung Medium:
Das Medium-Team sicherte sich mit einer hervorragenden Leistung den 3. Platz im Jumping.
  • Eva Müller-Schnick mit Boom: Fehlerfrei, Platz 18
  • Silas Boogk mit Beam: Fehlerfrei, Platz 19
  • Krisztina Beitl-Kabai mit Hydro: Fehlerfrei, Platz 24
  • Anne Lenz mit Rosalie: Elimination

Jumping Team Wertung Small:
Mit diesen Ergebnissen holte sich das Team-Small den 2. Platz im Jumping.
  • Daniel Schröder mit Via: Fehlerfrei, Platz 4
  • Silas Boogk mit Gadget: Fehlerfrei, Platz 7
  • Maurice Müch mit Swoosh: Fehlerfrei, Platz 15
  • Max Prinz mit Make: Elimination

TAG 3: TEAM WETTBEWERBE

Agility Team Wertung Inter:
Das Team-Inter belegte insgesamt den 9. Platz, basierend auf den Ergebnissen aus Jumping und Agility.
  • Bozena Plaßmann mit Ida: Fehlerfrei, Platz 1
  • Steffi Gäbler mit Djinn: Fehler 5, Platz 10
  • Elena Essig mit Sye: Fehler: 5, Platz 49
  • Anne Lenz mit Itzi Bitzi: verletzungsbedingt nicht angetreten

Agility Team Wertung Medium:
Das Medium-Team krönte sich mit dem 2. Platz und dem Titel Vizeweltmeister.
  • Anne Lenz mit Rosalie: Fehlerfrei, Platz 4
  • Silas Boogk mit Beam: Fehlerfrei, Platz 11
  • Krisztina Beitl-Kabai mit Hydro: Fehlerfrei, Platz 20
  • Eva Müller-Schnick mit Boom: Elimination

Jumping Team Wertung Large:
Das Large-Team sicherte sich den 1. Platz im Jumping.
  • Mona Grefenstein mit Sea: Fehlerfrei, Platz 5
  • Max Sprinz mit Style: Fehlerfrei, Platz 8
  • Tobias Wüst: Fehlerfrei, Platz 11
  • Anne Lenz mit Vis: Elimination

TAG 4: EINZEL- UND TEAMWETTBEWERBE

Jumping Einzel-Wertung Medium:
  • Silas Boogk mit Beam: Fehlerfrei, Platz 3
  • Krisztina Beitl-Kabai mit Hydro: Elimination
  • Anne Lenz mit Rosalie: Elimination

Agility Team-Wertung Large:
Mit dieser überragenden und konstanten Leistung wurde das Team Large Tagessieger und holte sich in der Gesamtwertung aus Jumping und A-Lauf den Weltmeister-Titel!
  • Anne Lenz mit Vis: Fehlerfrei, Platz 4
  • Max Sprinz mit Style: Fehlerfrei, Platz 5
  • Tobias Wüst: Fehlerfrei, Platz 8
  • Mona Grefenstein mit Sea: Fehler: 10, Platz 89

Agility Team-Wertung Small:
Auch das Team Small konnte mit herausragenden Läufen den Tagessieg im A-Lauf holen und wurde dadurch in der Gesamtwertung ebenfalls Team-Weltmeister
  • Maurice Müch mit Swoosh: Fehlerfrei, Platz 5
  • Silas Boogk mit Gadget: Fehlerfrei, Platz 6
  • Max Prinz mit Make: Fehlerfrei, Platz 11
  • Daniel Schröder mit Via: Elimination

TAG 5: EINZELWETTBEWERBE UND ABSCHLUSSZEREMONIE

Agility Einzel-Wertung Medium:
  • Krisztina Beitl-Kabai mit Hydro: Fehlerfrei, Platz 12
  • Silas Boogk mit Beam: Fehler: 5, Platz 38
  • Anne Lenz mit Rosalie: Elimination

Agility Einzel-Wertung Large:
  • Max Sprinz mit Style: Fehlerfrei, Platz 2
  • Tobias Wüst: Fehlerfrei, Platz 3
  • Anne Lenz mit Vis: Fehler: 5, Platz 43

Agility Einzel-Wertung Small:
  • Max Prinz mit Make: Fehlerfrei, Platz 5
  • Daniel Schröder mit Via: Fehler: 10, Platz 49
  • Silas Boogk mit Gadget: Elimination
Einmarsch zur Siegerehrung
Ehrenrunde im Stadion
Chipkontrolle muss sein!!!
Team Small – Marcel, Max, Silas, Daniel – Weltmeister
Physio tut gut
Fotos: Milla Stöhr
Einmarsch zur Siegerehrung
Ehrenrunde im Stadion
Chipkontrolle muss sein!!!
Team Small – Marcel, Max, Silas, Daniel – Weltmeister
Physio tut gut
Fotos: Milla Stöhr
FAZIT
Die Agility-Weltmeisterschaft 2024 war ein unvergessliches Erlebnis, das uns alle tief berührt hat. Die Veranstaltung war geprägt von beeindruckenden sportlichen Leistungen, inspirierender Teamarbeit und einer einzigartigen Gemeinschaft, die den Hundesport in seiner schönsten Form zelebriert. Und es wurde Geschichte geschrieben. Niemals zuvor gab es so viele geteilte Podien auf Grund von Zeitgleichheit. Auch Team Deutschland war im Medium Teamwettbewerb davon betroffen, so wurde sich in der Laufwertung der 1. Platz mit der Tschechischen Republik geteilt. Im Einzel – Large war Tobias mit einem zeitgleichen Team auf Rang 3 nach dem Jumping. Es gab zum ersten Mal ein Run- Off (gem. den FCI-Wettbewerbsregeln) im Einzel – Intermediate zwischen Dalton Meredith und Iwona Golab mit besserem Ausgang für die Polin. Ob eine solche Regel noch zeitgemäß ist oder würdig ist, sollte an geeigneter Stelle möglicherweise überdacht oder diskutiert werden. Generell ist festzustellen, dass die Leistungs­dichte der Nationen immer enger wird und das erlebte Niveau als extrem hoch anzusiedeln ist. Unser Sport ist immer eine emotionale Achterbahn mit wunderbaren, aber auch manchmal traurigen Momenten, insbesondere dann, wenn Teams hinter ihren Erwartungen bleiben, Verletzungen eintreten oder das berühmte Quäntchen Glück gefehlt hat. Aber das ist Agility. Das ist unser Sport! Wir erinnern uns an tolle Momente: Bob Daigle als 73-Jähriger für die USA auf dem Podium im Team, das Debüt einer 13-jährigen Ukrainerin mit Top Leistungen. Aneta Obrusnikowa mit ihren 3 Hunden im Team und natürlich zwei sensationellen Titeln und vielen weiteren Top Einzelleistungen des deutschen Teams. Stellvertretend sei die schnellste Laufzeit von Bozena Plassmann und Ida genannt. Und die Debütantinnen im Team Elena Essig mit Sye, Steffi Gäbler mit Djinn und Eva Müller Schnick mit Boom haben ihr bestes Agility gezeigt und konnten dem Druck standhalten und haben zur Bereicherung des Team Germany maßgeblich beigetragen.

All diese Momente haben wir in der Halle und auch im Live-­Stream erleben dürfen. Und genau diese Momente zu erleben, bzw. übertragen zu können und sie deshalb in gewisser Weise miterleben zu dürfen, schafft eine große Gemeinschaft von Agility begeisterten Menschen, die nicht nur für ihre Nationen mitfiebern, sondern auch für deren Freunde aus aller Welt, für besondere Momente und vieles mehr.

Die Erfolge unserer deutschen Athleten sind das Ergebnis harter Arbeit, unermüdlicher Leidenschaft und unerschütterlicher Entschlossenheit, auch wenn wir sicherlich gerne in den Einzelwettbewerben im Medium einen starken Silas am Ende in der Gesamtwertung auf dem Treppchen gesehen hätten oder Tobias und Max im Large im Einzel. Es sollte aber einfach nicht sein, trotzdem durften wir den letzten Auftritt von Beam und Silas auf dem WM-Grün miterleben und wünschen Beam alles Gute für den wohlverdienten Ruhestand. Beam bescherte uns allen wunderbare erfolgreiche Momente und an der Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön für diese Performance der beiden über Jahre!

Die grenzenlose Unterstützung unserer Fans war unbezahlbar und verlieh jedem Moment des Wettkampfs zusätzliche Energie. Der deutsche Fanblock hat gerockt und mit sportlicher Fairness nicht nur unser Team, sondern auch andere Nationen angefeuert. Die von uns erhoffte schwarz-rot-goldene Wand war da und unterstützte das Team, wo es nur ging. Parallel zur sportlichen Leistung war das Team Deutschland auch abseits des Parcours bestens aufgestellt: Alex Beitl und Jörg Zenner standen dem Team als erfahrene Teamchefs zur Seite und kümmerten sich um die organisatorischen Abläufe, sodass sich die Sportler auf ihre Leistungen konzentrieren konnten. Ena Braun, als Physiotherapeutin der Sportler, und Lisa Margraf, als Hunde­physiotherapeutin, sorgten dafür, dass sowohl Mensch als auch Hund in Bestform an den Start gehen konnten. Stets im Hintergrund unterstützend dabei war auch Sina Just, Oberhaupt von Agility Deutschland und FCI-Delegierte (Fédération Cynologique Internationale) für Deutschland.

Bei der Abschlusszeremonie am Sonntag, den 6. Oktober 2024, erklang die deutschen Nationalhymne gleich zweimal – für das Team Large und das Team Small. Dieser bejubelnde Moment bildete den krönenden Abschluss eines unvergesslichen Wettkampfs.

Für uns war es eine Ehre, Teil dieses bedeutenden Ereignisses zu sein, ob als Sprecher oder als Fotografin. Die Erinnerungen an diese Meisterschaft werden uns noch lange begleiten. Die multimediale Begleitung eines solchen Events wird immer zentraler, sei es durch bewegte Bilder oder tolle Fotos. Zum einen um unvergessliche Momente für die Sportler selbst zu schaffen und für die Fans in aller Welt aber auch um für die Teilnehmer Erinnerungen wachzuhalten und zu erschaffen, an die man sich noch in Jahren erinnert. Die Teilnehmer nehmen für eine solche WM sehr viel in jeglicher Hinsicht auf sich und investieren sehr viel in eine solche Woche. Durch Bilder, Videos und Live Streaming kann man ein ganz klein wenig Danke sagen, um die Sportler auf der großen Bühne in dem Licht zu präsentieren, das sie verdient haben: Im besten Licht! Danke, dass wir ein Teil davon sein durften und hoffentlich noch lange sein dürfen. Auch wenn diese eine Woche nicht wirklich etwas mit Urlaub zu tun hat, so bleibt sie immer in Erinnerung. 67 Stunden mit 2000 Läufen moderiert und vieles mehr und unzählige Gigabyte voll mit Fotos und Videos sprechen eine klare Sprache!

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch an alle neuen Weltmeister und Platzierten, die mit Nervenstärke, Fleiß, unbändige Liebe zu ihren Hunden und Harmonie Spitzensport im reinsten Sinne der Definition zeigten. Es war eine Freude, diese brillanten Läufe zu erleben.

Auf Wiedersehen – bis zur nächsten Agility-Weltmeisterschaft, die vom 17. bis 21. September 2025 in Kalmar, Schweden, stattfinden wird.

Sportliche Grüße,
ERIC LAUMANN UND MILLA STÖHR
Team Large – Weltmeister – Mona, Max, Tobi, Anne
Foto: Milla Stöhr